Rekordgewinne im dritten Quartal
Ölkonzerne fahren reiche Ernte ein

Die rasant gestiegenen Öl- und Erdgaspreise haben den weltgrößten Ölkonzernen im dritten Quartal Rekordgewinne beschert. Bei der Nummer eins, dem US-Ölkonzern ExxonMobil, stieg der Gewinn im dritten Quartal um 55,6 Prozent auf 5,7 Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro). ExxonMobil steigerte zugleich seinen Neunmonatsgewinn auf ein Rekordniveau von 16,9 (Vorjahresabschnitt 14,9) Milliarden Dollar. Auch der britische BP-Konzern und der weltweit drittgrößte Ölmulti Royal Dutch/Shell verbuchten Gewinnsprung.

HB HAMBURG. Der angeschlagende britische Royal Dutch/Shell kündigte am Donnerstag nach den Skandalen um überschätzte Ölreserven nicht nur einen umfassenden Konzernumbau an, sondern auch einen kräftigen Quartalsgewinnanstieg um mehr als das Doppelte. Der Überschuss stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 2,453 auf 5,397 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn zu Wareneinstandskosten legte von 2,593 auf 4,407 Milliarden Dollar zu. Royal Dutch/Shell führte den Gewinnanstieg auch auf Zuwächse in der Verarbeitung und dem Vertrieb von Ölprodukten und Chemikalien sowie auf Verkäufe einiger Kohlenwasserstoff-Aktivitäten zurück.

Bei ExxonMobil trug auch die drastische Verbesserung des Chemiegeschäfts zum Gewinnsprung bei, teilte die in Irving (Texas) ansässige Gesellschaft am Donnerstag mit. Der Löwenanteil des gesamten Quartalsgewinns entfiel auf das Ausland. Dort verdiente der Konzern rund 4,3 (Vorjahresquartal 2,6) Milliarden Dollar. Der Quartalsumsatz erhöhte sich wegen des Öl- und Gaspreisanstiegs massiv um 27,6 Prozent auf 76,4 Milliarden Dollar. Der Absatz stieg hingegen nur um ein Prozent. Der globale Branchenführer setzte im Januar- September-Zeitraum 214,7 Milliarden Dollar um, plus 18,7 Prozent.

Der große britische Mineralölkonzern BP hatte zuvor bereits vom Rekordgewinn im dritten Quartal berichtet. Er steigerte seinen Überschuss um 43 Prozent auf 3,94 Milliarden Dollar. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat der Konzern 12,56 Milliarden Dollar verdient, 26 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. BP-Chef John Browne meinte allerdings, dass die Rekordpreise bei Öl nicht aufrecht zu erhalten seien. Als Gründe nannte der die lahmende Wirtschaft in Europa, und auch in China zeichne sich eine Beruhigung ab.

ExxonMobil holte auch starke Gewinnsteigerungen von 3,9 (2,7) Milliarden Dollar in der Öl- und Erdgasexploration und -produktion im dritten Quartal heraus. Die Gewinne aus dem Raffinerie- und Tankstellengeschäft erhöhten sich angesichts der besseren weltweiten Raffinerielage auf 1,4 (0,9) Milliarden Dollar. Die Gewinne der Chemiesparte erreichten sogar ein Rekord von 1,0 (0,8) Milliarden Dollar.

Die amerikanischen Ölpreise hatten zum Wochenauftakt ein Rekordniveau von 55,67 Dollar je Barrel erreicht. Sie hatten damit innerhalb von Jahresfrist um mehr als 80 Prozent zugelegt. Am Donnerstag hat sich der Ölmarkt etwas entspannt. Der Preis für US- Rohöl zur Dezemberauslieferung fiel im Handelsverlauf weiter auf 51,77 Dollar je Barrel (159 Liter).

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