Rekordgewinne
Ölkonzerne sind die großen Sieger

Während Energiekunden weltweit unter den hohen Preisen stöhnen, steuern die großen Ölkonzerne auf neue Rekordgewinne zu. Sollte das aktuelle Ölpreisniveau auch im zweiten Halbjahr Bestand haben, dürften die zehn größten unabhängigen Ölkonzerne nach Schätzungen des Handelsblatts im Gesamtjahr zusätzliche operative Erträge von zusammen mehr als 150 Mrd. Dollar kassieren.

FRANKFURT. Das würde einem Zuwachs von gut zwei Dritteln gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Ähnlich stark dürften die Nettogewinne der Sparten zulegen.

Bleibt es bei dem aktuellen Ölpreisniveau von mehr als 130 Dollar je Barrel und unterstellt man eine nahezu stabile Produktion, können die zehn führenden Vertreter der Ölbranche für das Gesamtjahr auch mit einem Wachstum ihrer Erlöse in der Öl- und Gasproduktion um mehr als 70 Prozent rechnen, eine bisher beispiellose Entwicklung in der Branche, die den relativ kräftigen Anstieg ihrer Kosten von durchschnittlich etwa 15 Prozent in den letzten Jahren bei weitem übertrifft.

Allein der Branchenführer Exxon-Mobil kalkuliert mit einem zusätzlichen Nettogewinn von 400 Mill. Dollar pro Dollar Preissteigerung bei Erdöl und etwa 200 Mill. Dollar Ertragsplus pro zehn Cent Preiserhöhung im Gasgeschäft. Nimmt man das aktuelle Preisniveau als Maßstab, das bei Erdöl um etwa 50 Dollar je Barrel (ein Barrel fasst 159 Liter) und bei Gas um rund drei Dollar je 1 000 Kubikfuß über dem Vorjahresniveau liegt, läuft das für den US-Konzern auf einen Anstieg der Erträge aus der Öl- und Gasproduktion um mehr als 25 Mrd. Dollar nach Steuern hinaus.

Exxon ist mit einer Produktion von gut 1,5 Mrd. Barrel Öläquivalent der größte und ertragstärkste Vertreter unter den staatlich unabhängigen Ölkonzernen.

Auch für kleinere Produzenten ist die Preisexplosion auf den Energiemärkten ein Segen. Für BASF zum Beispiel zeichnet sich aufgrund der Entwicklung ein deutlich höheres Ergebnis in der Sparte Öl + Gas ab.

Der Ludwigshafener Chemiekonzern ist über seine Tochter Wintershall größter deutscher Produzent von Öl und Erdgas. Mit einer Gesamtproduktion von 112 Mill. Barrel im vergangenen Jahr spielt er international zwar nur eine untergeordnete Rolle. Für die Ertragskraft des Konzerns ist das Öl- und Gasgeschäft indessen von großer Bedeutung. Es dürfte 2008 maßgeblich dazu beitragen, dass der Konzern trotz schwächerer Chemiekonjunktur seine Prognose halten kann, die einen leicht steigenden operativen Gewinn vorsieht.

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