Rekordnachfrage
Boom in der Chemiebranche hält an

Eine Rekordnachfrage heizt den Boom in der deutschen Chemieindustrie an. Ein Ende des stärksten Aufschwungs seit vielen Jahren ist nach Angaben des Branchenverbandes VCI nicht in Sicht. Auch bei der Beschäftigung registriert Deutschlands fünftgrößtem Industriezweig im vierten Wachstumsjahr nun eine Trendwende.

HB FRANKFURT. „Alle wichtigen Indikatoren zeigen nach oben“, erklärte VCI-Präsident und Bayer-Chef Werner Wenning am Dienstag. Deutsche Chemikalien seien gefragt wie nie zuvor. „Die robuste Industriekonjunktur in Deutschland und ganz Europa gibt unserem Geschäft weiterhin starke Impulse“, erläuterte Wenning. Die gute Chemiekonjunktur sollte sich dank guter Geschäfte im In- und Ausland bis in das kommende Jahr hinein fortsetzen.

Im zweiten Quartal nahm der Umsatz der Branche im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,4 Prozent auf den Rekordwert von 42,2 Milliarden Euro zu, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) mitteilte. Im Inland stiegen die Erlöse um 8,3 Prozent, im Ausland zogen sie sogar um 10,2 Prozent an. Die Produktion kletterte um 6,2 Prozent, wozu vor allem ein florierendes Geschäft bei den Arzneimittelherstellern beitrug. Die anhaltend hohen Rohstoff- und Energiekosten führten zur einem Anstieg der Erzeugerpreise um 2,2 Prozent.

Nach Einschätzung des VCI ist das Branchenwachstum auch am Arbeitsmarkt angekommen. Im zweiten Quartal arbeiteten rund 436 000 Mitarbeiter bei deutschen Chemieunternehmen, das waren 0,6 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Für 2007 rechnet der Verband unverändert mit einem Anstieg der Branchenumsatzes um 7,5 Prozent. Die Erwartungen für Produktion und Preise schraubte der VCI erneut leicht nach oben. Nunmehr wird ein Produktionsplus von rund vier (bislang 3,5 bis vier) Prozent in Aussicht gestellt. Die Preise dürften um zwei bis 2,5 (bisher rund zwei) Prozent zulegen.

Größter Risikofaktor für das weitere Wachstum sei derzeit die US-Hypothekenkrise, welche die Importnachfrage schmälere. Europa, Asien und Südamerika blieben hingegen die Impulsgeber für das Exportgeschäft. Den hohen Ölpreis sieht der Chemieverband momentan nicht als Bremsklotz, sondern eher als Zeichen für die Stärke der weltweiten Konjunktur.

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