Rekordsprung und Formel 1: Schlagzeilen beflügeln Image von Red Bull

Rekordsprung und Formel 1
Schlagzeilen beflügeln Image von Red Bull

Rekordquote beim Spartensender n-tv, mehr Live-Zuschauer auf Youtube als je zuvor: Der Rekordsprung von Felix Baumgartner erreichte ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit – Sponsor Red Bull reibt sich die Hände.
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DüsseldorfDer Brausehersteller Red Bull hat schon schlechtere Tage erlebt. Am Sonntag dominierten von den Österreichern finanzierte Events und Sportler die Nachrichten weltweit, egal ob online, offline oder im TV. Zum einen war da Sebastian Vettels Sieg beim Formel-1-Rennen in Südkorea. 3,52 Millionen Deutsche verfolgten das Rennen – morgens um 8 Uhr. Bedeutsamer war jedoch der Auftritt Felix Baumgartners. Der brachte n-tv einen Rekord: Der Stratosphären-Sprung des Österreichers hat dem Nachrichtenkanal am Sonntagabend die beste Einschaltquote in der Geschichte des Senders beschert. Zwischen 20.10 Uhr und 20.15 Uhr, als der Mann nach dem Sprung aus 39 Kilometern Höhe in New Mexico landete, verfolgten bis zu 6,93 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 19,4 Prozent) das Ereignis. Insgesamt verbuchte n-tv bei seiner mehr als vier Stunden langen Übertragung 2,24 Millionen Zuschauer (8,8 Prozent).

Auf der Videoplattform Youtube verfolgten mehr als acht Millionen Zuschauer gleichzeitig das Spektakel – damit wurde der bisherige Rekord der Google-Tochter praktisch pulverisiert: 500.000 Besucher fanden sich zeitweilig währende der Olympischen Sommerspiele in London bei der Plattform ein. Das dürfte auch der Rekord für Live-Übertragungen im Internet überhaupt sein: Als bisheriger Spitzenwert insgesamt galten die über sieben Millionen Zuschauer, die der Netz-Dienstleister Akamai im Januar 2009 bei der Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama zählte. Mehr globale Präsenz an einem Tag ist kaum machbar. Und entsprechend beflügelt wurde einmal mehr das Image von Red Bull.

In Fuschl am See dürften daher einige Damen und Herren zufrieden den Fernseher anmachen, im Netz surfen und die Zeitung aufschlagen. Denn mit jeder Übertragung, jedem Bericht, jedem Live-Ticker wurde die Öffentlichkeit an den Sponsor des tollkühnen Projektes erinnert: Red Bull, ansässig in der Nähe von Salzburg. Die tagelange, wetterbedingte Verschiebung des Sprungs dürfte bei dem Unternehmen entsprechend auch wohlwollend registriert worden sein. Denn Events wie der tollkühne Sprung aus der Stratosphäre sollen die Marke des österreichischen Brausebrauers stärken. Dabei nimmt dieser allerdings immer wieder ein gehöriges Risiko in Kauf.

Das 1984 gegründete Unternehmen verkauft einen Drink, der nach Gummibärchen schmeckt, leistungssteigernd sein soll und rund 1,50 Euro pro Dose kostet – billigere Alternativen gibt es im Dutzend. Auch wenn Firmenchef Dietrich Mateschitz immer auf die Qualität hinweist: Der Konkurrenz sind die Österreicher vor allem mit cleverem Marketing davongeflogen. Mit dem eingängigen Slogan „Red Bull verleiht Flügel“, aber vor allem mit kräftigen Investitionen in den Namen. Dafür gibt der Hersteller nach Medienberichten auch heute noch rund 30 Prozent des Umsatzes aus – und damit angeblich mehr als für die Produktion. Red Bull selbst äußerst sich nicht zu diesen Zahlen. Wenn es ums eigene Unternehmen geht, ist man sehr zurückhaltend.

Kommentare zu " Rekordsprung und Formel 1: Schlagzeilen beflügeln Image von Red Bull"

Alle Kommentare
  • ich fand es witzig; Respekt.
    Trotzdem kippe ich den Gummibärensaft nicht in mich rein.

    Und dem Argument die 50 Mille sinnvoller einzusetzen kann ich durchaus zustimmen; aber Spaß darf auch erlaubt sein.
    Ansonsten können wir alle gleich unser ganzes Vermögen zur Spende in was weis ich geben.

  • Ich kann nicht nachvollziehen, weshalb man an der Aktion etwas Negatives finden kann. Es war grenzüberschreitend. Die Werbung von Red Bull, war weniger aufdringlich als die von Biersorten beim Fußball.
    Genauso könnte man auch sagen was der Quatsch von Columbus, Marc o Polo, Leonardo etc. sollte.
    Nur wenn wir Grenzen überschreiten, können wir die Bereiche dahinter erschließen.
    Endlich mal wieder eine positive Nachricht, ein Beleg darür was Menschen leisten können, außer sich gegenseitig in die Luft zu sprengen.

  • Hab mir mal deren Seite angeschaut da sind alle Parameter wie Höhe und speed angezeigt wenn er denn springt. Und wenn man es richtig sieht ist eine evtl.Rotation in der Höhe nicht bis schwer zustoppen.Diese kann bis zum exodus gehen.Da bringt dann das automatische auslösen des Fallschirms mit bullen Logo dann auch nichts mehr.Daher viel Glück bei dem Unfug..


  • "Servus TV" klingt irgenwie nach "Klo-Schüssel".

    Aber dort ist auch der richtige Platz für den Hype der mit diesem Sprung veranstaltet wird.

  • Alle die Red Bull trinken dürfen auch zugucken. Sie haben es schliesslich bezahlt.

  • Mit Narzismus ist immer gut Werbung zumachen.Man stelle sich nur vor die Werbe Millionen würden in Fahrradwege für Schulkinder gehn . Dann wärs nicht mehr cool da man ja ein bischen mit der Dose in der Hand mitgesprungen sein will.So einen Zustand hatten wir vor 20 Jahren schon mal als fast jeder an seine untermotorisierte Karre ein M Wapperl klebte naja später gabs Viagra und ......Ansonsten bastel ich am Speedsurf Worldrecord, sponsored by my self

  • Auch ich möchte Ihnen gerne zustimmen.
    Als Sponsor freut man sich nicht nur, wenn man mit Werbemaßnahmen bekannt wird, sondern, wenn man auch am Erfolg der Gesponserten teilnehmen kann. In diesem Sinne kann ich nur hoffen und beten, dass Felix Baumgartner heil auf der Erde landet.

  • Lieber Gast, völlig richtig. Wobei ich die Verbundenheit zwischen Red Bull und dem Extremsport durchaus betonen muss. Red Bull ist der weitläufigste und größte Sponsor des Extremsports. Ohne Red Bull gäbe es weit weniger Erfolge in diesen Sportarten.

  • Ob Herr Baumgartner ein Narr ist oder nur Unfug betreibt, wissen wir erst, wenn Erkenntnisse auf dem Weg zum Sprung und danach gesammelt und ausgewertet werden.
    Für mich und ich denke auch für die meisten Menschen, ist Herr Baumgartner eine Ausnahmeerscheinung, die es nicht so schnell wieder geben wird. Mit diesem Rekordversuch geht Herr Baumgartner an seine physischen und psychischen Grenzen, wie es Menschen je getan haben. Ihm gebührt dafür mein Respekt. Mein Respekt gebührt aber auch all denen, die es ihm technisch und auch materiel ermöglichen, dieses Experiment durchzuführen. Auch Sie müssen eine ganz besondere Leistung bringen.
    Ob nun ein Brausehersteller dabei Werbung macht, um noch bekannter zu werden, um noch mehr Dosen seines Produktes zu verkaufen, ist für mich sekundär und auch legitim. Niemand ist gezwungen dieses Produkt zu kaufen! Man sollte aber das Sponsering von der Person Felix Baumgartner trennen, den die Bewggründe dürften für Baumgartner andere sein als für Red Bull.

  • Ich sehe mir das Spektakel an und zwar auf Servus TV in Full HD ;-)

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