Rekordstrafe wegen Rückrufen

Fiat Chrysler kauft defekte Autos zurück

Eine mangelhafte Rückrufpolitik kostet den Autokonzern Fiat Chrysler nun einen dreistelligen Millionenbetrag. US-Behörden verhängen eine Rekordstrafe gegen das Unternehmen. Das kauft zudem Hunderttausende Wagen zurück.
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Fiat Chrysler muss einen hohen Millionenbetrag zahlen – und nimmt zudem Hunderttausende Autos zurück. Quelle: AFP
Autohändler in den USA

Fiat Chrysler muss einen hohen Millionenbetrag zahlen – und nimmt zudem Hunderttausende Autos zurück.

(Foto: AFP)

Washington, DetroitWegen fehlerhafter Rückrufe ist der Autobauer Fiat Chrysler in den USA zu einer Rekordstrafe von 105 Millionen Dollar verdonnert worden. Das italienisch-amerikanische Unternehmen einigte sich am Sonntag mit der Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) auf eine Reihe von Sanktionen. So kauft der Konzern Kunden wegen Schwierigkeiten bei Rückrufaktionen mehr als 500.000 Wagen wieder ab. Betroffen sind demnach Transporter des Modells Ram, das zu den Verkaufsschlagern von Fiat Chrysler zählt.

Teile der Lenkung sind defekt, was dazu führen kann, dass Fahrer die Kontrolle über die Wagen verlieren können. Weil einige Reparaturen nichts brachten, stimmte Fiat Chrysler einem Rückkauf zu, um die Wagen von den Straßen zu holen, wie aus am Sonntag veröffentlichten Dokumenten der US-Behörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit NHTSA hervorgeht. Demnach haben Kunden aber auch die Option, ihre Wagen reparieren zu lassen.

Zudem können Besitzer von mehr als einer Millionen alter Jeeps mit anfälligen Heck-Benzintanks für einen über dem Marktwert liegenden Preis in Zahlung geben oder sie gegen Bezahlung reparieren lassen. Die Benzintanks der Jeeps befinden sich hinter der Hinterachse und sind im Falle eines Auffahrunfalls kaum geschützt. Bei einem daraus resultierenden Benzinleck könnte der Wagen in Brand geraten.

Die Buße werde dazu beitragen, dass die Rückrufe in der gesamten Autoindustrie verbessert werden, erklärte NHTSA-Chef Mark Rosekind. Nach tödlichen Unfällen durch defekte Airbags des japanischen Zulieferers Takata und schadhafte Zündschlösser von General Motors (GM) hat die Behörde den Druck auf die Branche erhöht. Die bisherige Rekordstrafe lag bei 70 Millionen Dollar. Sie wurde im Januar gegen den japanischen Hersteller Honda verhängt, weil dieser Todesfälle und Verletzungen nicht bekanntgemacht hatte. Im vergangenen Jahr musste GM 35 Millionen zahlen, weil die Opel-Mutter ihre Zündschlossprobleme, die mit mehr als 120 Todesfällen in Verbindung gebracht werden, zehn Jahre verzögert berichtet hatte.

Fiat Chrysler muss 70 Millionen Dollar in bar an Buße zahlen. Außerdem verpflichtet sich der Konzern, mindestens 20 Millionen Dollar zu investieren, um die Qualitätsanforderungen zu erfüllen, sowie zusätzliche 15 Millionen, sollten die Prüfer weitere Verstöße entdecken.

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