Renault Hauptversammlung
Carlos Ghosn tut Buße, aber bleibt

Die Betrugsaffäre um Renault war auch noch einmal Thema auf der Hauptversammlung in Paris. Kleinaktionäre fragten nach einem Rücktritt von Carlos Ghosn. Doch die Debatte perlte an dem Renault-Chef ab.
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ParisRenault-Chef Carlos Ghosn steht neben dem Rednerpult auf den Weiten der Bühne im Pariser Palais de Congres. Er hat die Hände gefaltet und blickt stumm auf den Boden. Am Rednerpult steht Philippe Lagayette. Der 67 Jahre alte, graumerlierte Herr ist Vorsitzender des Governance-Kommittée Renaults und listet mit stoischer Stimme die Fehler auf, die die Renault-Führung bei der Manipulationsaffäre gemacht hat: „Keine ausreichende Information des Verwaltungsrates, keine ausreichende Kontrolle der hausinternen Sicherheitsabteilung, keine ausreichenden Prüfung ihrer internen Ermittlungsergebnisse vor Entlassung der Beschuldigten…“

Kurzum: Die Ghosn unterstehende Sicherheitsabteilung hat bei der Manipulationsaffäre einen katastrophalen Job gemacht. Die Governance-Strukturen bei Frankreichs stolzem Autobauer sind mehr als verbesserungsfähig. Grund genug eigentlich für eine Hauptversammlung, hart mit der Konzernführung ins Gericht zu gehen. Nicht bei Renault. Denn die Kleinaktionäre haben sich schon vor dem Treffen damit abgefunden: An Ghosn bleibt nichts hängen.

Rückblende: Anfang Januar wird bekannt, dass Renault drei Topmanager mit sofortiger Wirkung entlassen hat wegen des Verdachts der Industriespionage. Basis der Blitzentlassung sind Ermittlungen der eigenen Sicherheitsabteilung. Frankreichs Geheimdienste und die Regierung toben: Sie erfahren aus der Zeitung von der Affäre. Die Beschuldigten, die zum Teil 30 Jahre bei Renault gearbeitet haben, beteuern ihre Unschuld. Und klagen wegen Rufmord. Ghosn tritt in den TV-Hauptnachrichten auf. „Wir haben multiple Beweise“, behauptet er. Bei der Vorstellung der Jahresergebnisse im Februar legt er nach: „Wir sind keine Amateure.“

Leider doch. Statt einer Spionage-Affäre ist Renault einer simplen Betrugsaffäre aufgesessen. Denn ein Mitglied des Sicherheitsservice hat Renault 200 000 Bargeld aus der Tasche gezogen, mit dem Vorwand, einen Informanten mit dem Geld bezahlen zu wollen. Diesen Informanten gibt es aber nicht, ebenso wenig wie die Spionage-Affäre. Die Regierung fordert personelle Konsequenzen. Ghosn opfert seine rechte Hand, seine Nummer zwei Patrick Pelata. Er soll aber weiter für die Allianz Renault-Nissan arbeiten.

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„Ein Typ wie Ghosn tritt nicht zurück.“

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  • @aruba: Mit überzogenen Klischees kann man vielleicht Kommentare schreiben, aber das war es dann auch schon. Die Vielfalt Europas bedeutet auch viele Chancen; Vielfalt ist Reichtum. RENAULT beschäftigt sich vielleicht momentan ein bißchen zu sehr mit sich selbst. Das bindet Kosten im gehobenen Management, da es für den Kunden nicht sichtbar ist.

    Der Kunde möchte ein Mobilitätspodukt kaufen. Das gilt es besser zu machen. Kosten, die irgendwo für dies und das versenkt werden, fehlen dort, wo die eigentliche Wertschöpfung stattfindet.

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