Renault-Nissan
GM erhebt Einwände gegen Allianz

Das Management des US-Autokonzerns General Motors steht verhalten zu einem Bündnis mit Renault-Nissan. Am Freitag berät der Verwaltungsrat des US-Autobauers darüber. Eine Allianz von Renault und Nissan mit GM würde den mit Abstand größten Autoproduzenten der Welt schaffen.

FRANKFURT / BRÜSSEL. Das Management des US-Autokonzerns General Motors (GM) geht auf Distanz zu einer möglichen Allianz mit den Konkurrenten Renault und Nissan. GM-Boss Rick Wagoner wird laut Informationen aus Unternehmenskreisen auf der Sitzung des Verwaltungsrates am Freitag seine Bedenken gegen das vom Großaktionär Kirk Kerkorian vorgeschlagene Bündnis äußern – die Allianz aber nicht rundweg ablehnen. Der Verwaltungsrat von GM werde trotz der Kritik an Freitag in einer Telefonkonferenz wohl den Weg für Sondierungsgespräche frei machen, sagten Insider. Einige Direktoriums-Mitglieder des US-Konzerns hätten bereits ihre Unterstützung für die Pläne signalisiert.

Die Skepsis des GM-Vorstandschefs dämpft die Aussichten auf einen Erfolg der Gespräche noch vor deren Beginn. Renault und Nissan hatten Anfang der Woche Konzernlenker Carlos Ghosn zwar die Vollmacht für Gespräche erteilt, aber eine positive Reaktion des US-Konzerns zur Bedingung gemacht. Ghosn weiß, dass ein Bündnis gegen den Widerstand der Amerikaner nicht machbar wäre und fürchtet kulturelle Differenzen, die schon die Zusammenarbeit von GM und dem italienischen Fiat-Konzern belastet hatten.

Kerkorian hatte Ende vergangener Woche seine Absichten für ein Bündnis von GM mit Renault und Nissan überraschend publik gemacht und das Management des US-Autobauers gedrängt, umgehend entsprechende Gespräche aufzunehmen. Mit seiner Argumentation gegen eine Allianz stellt sich Wagoner erstmals offen gegen seinen Großaktionär.

Ein Bündnis von Renault und Nissan mit GM würde den mit Abstand größten Autoproduzenten der Welt schaffen. Gemeinsam kämen die Hersteller auf eine Jahresproduktion von rund 15 Millionen Fahrzeugen und einen weltweiten Marktanteil von etwa 25 Prozent. Laut Branchenkreisen erwägen Renault und Nissan jeweils zehn Prozent an GM zu erwerben. Bisher hatte der Verwaltungsrat von GM lediglich beschlossen, den Vorschlag zu prüfen.

Mit seiner Kritik versucht das US-Management, in die Offensive zu gehen, nachdem Wagoner in den vergangenen Tage mehr wie ein Getriebener der Ereignisse wirkte. Den Kreisen zufolge zieht GM in Erwägung, die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW), Politiker aus Michigan und die Medien einzubeziehen.

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