Renault/Nissan sucht Partner
Ist Ford der Nächste?

Nach dem ergebnislosen Abbruch der Allianzgespräche zwischen General Motors und Renault/Nissan dürfte sich das europäisch-japanische Hersteller-Duo nun dem nächstgrößeren US-Autobauer zuwenden: Ford. Bedarf für einen Partner hätte der Konzern.

HB/ebe PARIS/NEW YORK. „Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass sie nun Gespräche mit Ford aufnehmen“, sagte Harald Hendrikse, Automobilanalyst bei Credit Suisse. Bereits seit Wochen kursieren Spekulationen im Markt, Renault/Nissan könnte sich an Ford wenden. Eine Sprecherin von Renault wollte am Mittwoch aber keinen Kommentar dazu abgeben.

GM hatte am Mittwochabend bekannt gegeben, die Allianzgespräche mit Renault/Nissan vorzeitig abgebrochen zu haben. Eine Allianz hätte zwar Synergien geschaffen. Man sei sich jedoch nicht einig geworden, wie hoch diese Einsparungen gewesen wären und wie sie unter den drei Partnern zu verteilen seien, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns. Informationen des „Wall Street Journals“ zufolge haben die Konzernchefs Rick Wagoner (GM) und Carlos Ghosn (Renault/Nissan) kurz zuvor in einem gemeinsamen Telefongespräch das offizielle Ende der groß angelegten Allianzpläne beschlossen.

Ghosn werde die Suche nach einem US-Partner nun aber nicht aufgeben, heißt es von Beobachtern. Der Manager hatte bereits im Februar angekündigt, das Bündnis Renault-Nissan sei offen für weitere Partner, vorzugsweise aus Amerika. Ford hatte jüngst angekündigt, im Zuge der Überprüfung seiner internationalen Aktivitäten für alles offen zu sein, so auch für Allianzen oder Verkäufe. Ähnlich wie Wettbewerber GM kämpft Ford mit Problemen auf dem US-Heimatmarkt. Wegen rückläufiger Verkäufe existiert eine hohe Überproduktion; hinzu kommen milliardenschwere Kosten für Gesundheit und Rente der Mitarbeiter. Einige Branchenexperten vertreten die Meinung, dass Allianzen die einzige Lösung für die Probleme sind.

Die jüngsten Veränderungen bei Ford – das Unternehmen hat vor kurzem den Ex-Boeing-Manager Alan Mulally zum neuen Konzernchef ernannt – ließen eine Allianz mit anderen Unternehmen derzeit allerdings unwahrscheinlich erscheinen, schränkten Branchenkenner ein. Mulally werde zunächst einige Monate brauchen, die Lage seines Unternehmens zu bewerten.

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