Renault-Nissan
Topmanager Carlos Ghosn bald auch bei Mitsubishi an der Spitze

Chef der französisch-japanischen Gruppe Renault-Nissan übernimmt im Dezember auch die Führung bei Mitsubishi. Aktienkurs des Autobauers steigt rapide an. Auch die Übernahme des 34-prozentigen Anteils ist abgeschlossen.

TokioDer Manager Carlos Ghosn wird schon bald an der Spitze von gleich drei großen Autoherstellern stehen. Der Chef der französisch-japanischen Gruppe Renault-Nissan übernimmt im Dezember auch die Führung bei Mitsubishi, wie er selbst am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Tokio sagte. Ghosn bestätigte damit einen Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung „Nikkei“ vom Vortag. Der bisherige Mitsubishi-Chef Osamu Masuko bleibt als Konzernpräsident an Bord.

Auf Nachfragen von Journalisten, ob so viele Spitzenposten nicht problematisch sein könnten, gab sich Ghosn beschwichtigend. „Ja, ich werde bei drei Firmen involviert sein, aber nicht auf die jeweils gleiche Art und Weise“, sagte er. Bei Nissan werde ihm ein Ko-Chef zur Seite gestellt, nämlich der bisherige Manager für Wettbewerbsfähigkeit, Hiroto Saikawa.

Ghosn teilte auf der Pressekonferenz zugleich mit, dass Nissan am Donnerstag die Übernahme eines 34-prozentigen Anteils an Mitsubishi abgeschlossen habe. Dafür seien 237 Milliarden Yen (gut zwei Milliarden Euro) geflossen. „Mit diesem Geschäft senden wir die klare Botschaft, dass wir an die grundlegende Stärke der japanischen Autoproduktion glauben“, sagte er.

Mitsubishi hatte im April zugegeben, Tests zum Kraftstoffverbrauch geschönt zu haben. Betroffen von den manipulierten Verbrauchsangaben sind fast alle Modelle, die seit 1991 in Japan verkauft wurden. Wegen des Skandals rechnet Mitsubishi im Geschäftsjahr 2016/2017 mit dem ersten Verlust seit acht Jahren.

Der „Nikkei“-Bericht, dass Ghosn bei dem Autobauer das Steuer übernehmen solle, ließ den Aktienkurs von Mitsubishi am Mittwoch um zeitweise mehr als zehn Prozent steigen; er schloss schließlich 7,85 Prozent im Plus.

Nach Handelsende gab Mitsubishi bekannt, dass der erwartete Verlust im laufenden Geschäftsjahr deutlich größer auffallen werde als zuvor geschätzt: Statt bei 145 Milliarden Yen werde das Minus wohl bei 240 Milliarden Yen liegen. Dennoch legte die Mitsubishi-Aktie auch am Donnerstag weiter zu. Auch die Nissan-Aktie lag leicht im Plus.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%