Renault sieht zu große Ähnlichkeit
Peinliche Marketing-Panne bei Fiat

Peinliche Marketingpanne beim Not leidenden Autohersteller Fiat: Der italienische Konzern musste gestern einräumen, dass er sein neues Kleinwagenmodell „Gingo“ umbenennen will – auf Grund zu großer Namensähnlichkeit mit dem Renault „Twingo“.

mab MAILAND. Der kleine Hoffnungsträger des Konzerns wird – wie sein Vorgänger – den Namen „Panda“ tragen. Zwar betonte ein Fiat-Sprecher, Renault hätte auf juristischem Wege kaum eine Chance, die Umbenennung zu erzwingen, doch wolle sich Fiat nicht vor Gericht zerren lassen.

Fiat habe, so der Sprecher, bei der Wahl des Namens anfänglich ohnehin „Panda“ im Auge gehabt. Das sei eine außerordentlich erfolgreiche Marke, die seit 23 Jahren bestens eingeführt sei. Auch andere Autos, wie der „Golf“ oder der „Fiesta“, hätten trotz zahlreicher Modellwechsel ihren Namen beibehalten. Welche Kosten die Panne verursacht, konnte der Sprecher nicht beziffern. Die Kosten beispielsweise für den Neudruck des Verkaufsmaterials oder den Wechsel der Typenbezeichnung auf den Fahrzeugen bewegten sich aber im überschaubaren Rahmen. Fiat werde das Auto wie geplant im September herausbringen.

Der Vorgang reiht sich ein in die zahlreichen Schwierigkeiten, auf die der neue Vorstandschef Giuseppe Morchio seit Amtsantritt Ende Februar stößt. So hat am Wochenende ein Gericht in Mailand verfügt, dass die im vergangenen Jahr geschlossene Fahrzeugfabrik in Arese wieder geöffnet werden muss. Begründung: Verfahrensfehler bei der Entlassung der rund 1 000 Mitarbeiter. Zwar werden auch in diesem Fall die finanziellen Folgen voraussichtlich begrenzt bleiben, da der Konzern eine Vollstreckung des Urteils vorerst nicht befürchten muss, doch ist die Episode ein Indiz für die Probleme, die Fiat damit hat, im Heimatland Kapazitäten abzubauen.

Am Donnerstag wird der größte italienische Industriekonzern seine Zahlen für das zweite Quartal vorlegen. Laut Morchio sind die Ergebnisse „deutlich besser“ – sowohl im Vergleich zum ersten Quartal als auch in Bezug auf das Vorjahresquartal. In den ersten drei Monaten 2003 hat Fiat 342 Mill. Euro Verlust gemacht. Er entfiel fast vollständig auf die Autosparte. Im zweiten Quartal 2002 lag das konsolidierte Minus bei 127 Mill. Euro. Analysten erwarten einen operativen Konzernverlust von 10 bis 100 Mill. Euro. Fiat Auto dürfte 240 bis 300 Mill. Euro Verlust gemacht haben.

Quelle: Handelsblatt

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