Renault-Tochter Dacia
Der unheimliche Erfolg des Billigheimers

Keine Automarke in Europa wächst derzeit schneller als die rumänische Renault-Tochter Dacia. Andere Hersteller meiden das Billigsegment bisher. Warum niemand den Rumänen die Stirn bietet.
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FrankfurtDie derzeit erfolgreichste Automarke Europas hat auch in Frankfurt einen bescheidenen Auftritt gewählt. Der Stand von Dacia ist in schlichtem blau-weiß gehalten, die Inszenierung der Fahrzeuge ist im Gegensatz zur Konzernmutter Renault geradezu spartanisch. Das verwundert nicht: Bescheidenheit gehört für die Billigtochter zum Markenkern. Die Rumänen verfolgen eine einfache Strategie: Ihre Modelle sollen in ihrer jeweiligen Klasse das günstigste Fahrzeug sein.

Vom Kleinwagen Sandero, der ab 6.990 Euro angeboten wird, bis hin zum SUV Duster, der ab 10.490 Euro zu haben ist: die Preise der Rumänen sind nicht weniger als eine Kampfansage. Und die Billigautos, die kein Statussymbol mehr sein wollen, brechen in Europa derzeit alle Verkaufsrekorde. Allein im ersten Halbjahr 2013 setzte Dacia weltweit 211.400 Fahrzeuge ab – 16,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im schwierigen europäischen Markt fällt das Wachstum sogar noch stärker aus: Mit 142.800 verkauften Fahrzeugen wuchs der Dacia um satte 18,1 Prozent und damit stärker jede andere Automarke in Europa.

Dabei beteiligt sich die Billigtochter von Renault nicht einmal an der Rabattschlacht auf dem europäischen Automarkt. „Unsere Kunden wissen, dass sie das günstigste Angebot bekommen, darum müssen wir keine Rabatte geben“, sagt Achim Schaible, der Chef von Renault und Dacia in Deutschland, im Interview mit Handelsblatt Online.

Während andere Automarken in der Rabattschlacht ihre Margen einbüßen, hat Dacia Planungssicherheit und wird für Renault zum Rettungsanker in der Krise. Schon heute verkauft Dacia rund 16,2 Prozent aller Fahrzeuge der Renault-Gruppe. Seit 2004 wächst der Marktanteil ununterbrochen.

Allein der Dacia Duster verkauft sich unter allen Fahrzeugen des Renault-Konzerns am drittbesten. Zur IAA nach Frankfurt haben die Rumänen eine überarbeitete Version des SUVs mitgebracht, die an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen soll. Einen Kannibalisierungseffekt sieht Schaible allerdings nicht. Die Zahl der Dacia-Kunden, die vorher Renault gefahren seien, betrage rund zehn Prozent. Der Rest wechselt von der Konkurrenz zu Dacia. Und selbst mit Gebrauchtwagen könne die Marke preislich konkurrieren.

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  • Wenn ich schon lese Qualitätsmarken und Billigmarken!
    Wir haben einen Fuhrpark mit deutschen Qualitätsmarken, die Qualität daran sind allerdings die Mängel. Es ist kein Fahrzeug dabei, das in den ersten beiden Jahren keinen Defekt hatte. Viele Mängel (Elektronik) konnte bis heute nicht behoben werden.
    Privat ist ein Dacia mein derzeitiger Favorit falls ich ein neues brauche. Ich brauche ein Auto nur um zu fahren und das so billig wie möglich. Jeder Cent der in ein Auto investiert wird ist raus geworfenes Geld.
    Ein Auto ist nach 12 Jahren eh nichts mehr Wert, ob es 15.000€ oder 50000€ gekostet hat. Dafür sorgt die Autoindustrie und unsere Politik, mitmachen tu ich das aber nicht mehr.

  • @Radler,

    nur mal so am Rande, was finanziert denn der Steuerzahler am Dienstwagen?
    Das Gegenteil ist der Fall, gäbe es den Dienstwagen nicht, gäbe es auch die Jobs und Einkommensteuer aus den Jobs nicht.
    Aus dem Umstand, das der Staat seine Bürger mehrfach abzockt darf man nicht schließen, fehlende Steuerzahlung sei parasitär. Es ist eher der Staat der hier Parasit ist.

    H.

  • @gvkjgb Ich habe oben lediglich den Wertverlust angesetzt. 11.500 EUR / 5 Jahre sind 2300 EUR/Jahr kommen noch Versicherung etc. dazu. Deswegen mein Kommentar, dass er unter dieser Prämisse keineswegs so billig ist.
    @HerrDacia Sie sollten sich mal mit Carsharing befassen. Die Anmeldung eines PKW bedeutet weit mehr Bürokratie als die Anmeldung beim Carsharing, abholen und reservieren muß ich die Fahrzeuge nicht, schaue online nach wo der nächste um die Ecke steht und steige ein. Das ist unkomplizierter als sie denken. Insofern durchaus kein Vergleich von Birnen und Äpfeln. Wer den PKW nur gelegntlich braucht kommt damit um Welten günstiger bei minimalen Komforteinbußen.

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