Renault und Nissan
Autobauer-Allianz legt Streit mit Paris bei

Renault und Nissan liefern sich seit Monaten einen Machtkampf mit der französischen Regierung. Nun haben die Parteien ihren Streit beigelegt. Der Einfluss des Staates auf die beiden Autobauer soll klar begrenzt werden.

ParisRenault und Nissan haben ihren monatelangen Machtkampf mit der französischen Regierung beigelegt. Demnach soll der Einfluss des Staats auf die beiden seit mehr als zehn Jahren in einer Allianz verbundenen Autobauer klar begrenzt werden, wie Renault nach einer fünfstündigen Sitzung des Führungsgremiums am Freitag mitteilte. So würden Frankreichs Stimmrechte bei nicht-strategischen Renault-Teilhaberentscheidungen bei 17,9 bis 20 Prozent gedeckelt. Außerdem werde garantiert, dass Renault sich bei Nissan nicht einmische. Renault ist mit einem Anteil von 43,4 Prozent Hauptaktionär der Japaner. Die Regierung in Paris wiederum ist größter Anteilseigner an dem französischen Konzern.

Während Renault und Nissan ihre Kooperation vertiefen wollen, will der Staat seinen Einfluss sichern, um etwa Arbeitsplätze in Frankreich zu erhalten. Der Streit zwischen dem französischen Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und Renault-Chef Carlos Ghosn, der auch an der Spitze von Nissan steht, brach im April aus. Damals hatte die Regierung überraschend ihren Anteil an Renault auf 19,7 von 15 Prozent erhöht und sich doppelte Stimmrechte gesichert. Das stieß in Japan auf Ablehnung, Nissan drohte mit dem Ausstieg aus dem Bündnis.

Einige Details der neuen Übereinkunft müssten noch festgezurrt werden, teilte Renault mit. Einem Insider zufolge hat der Autobauer zugesagt, nie eine Mehrheit im neunköpfigen Nissan-Führungsgremium anzustreben, in dem der französische Autobauer derzeit zwei Sitze hat.

Renault hatte Nissan 1999 vor der Pleite bewahrt. Mittlerweile ist Nissan aber der stärkere Partner in der Allianz und trägt etwa zwei Drittel des gemeinsamen Absatzes und einen größeren Gewinnanteil bei.

An der Börse sorgte die Einigung für Enttäuschung. Die Renault-Aktie gab mehr als fünf Prozent nach. Anleger hatten gehofft, Ghosn würde die Gelegenheit nutzen, um die Allianz der beiden Auto-Hersteller zu vertiefen. Auch über eine vollständige Fusion hatten einige Investoren spekuliert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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