Renaults Billigauto
Der Logan setzt sich durch

Vor einem Jahr hat der französische Renault-Konzern den Logan auf den Markt gebracht. Die Fachpresse verriss das günstige Fahrzeug sogleich und sagte ihm eine miserable Zukunft voraus. Doch weit gefehlt: Der Wagen verkauft sich blendend. Mehr noch: Der Logan hat das Segment der Billigautos neu belebt. In seinem Windschatten fahren auch andere zum Erfolg.

FRANKFURT. Nach von Renault bestätigten Angaben der Marktexperten von Jato Dynamics verkauften die Franzosen in Westeuropa vom Billigauto der rumänischen Tochter Dacia im ersten Jahr seit dem Start im Juni 2005 insgesamt rund 33 700 Exemplare. Sie erreichten damit das selbst gesteckte Absatzziel von 20 000 bis 40 000 Billigautos.

Viele Experten hatten dem Wagen bei seinem Start im Juni 2005 kaum Chancen eingeräumt. Doch die Franzosen gaben dem lange Jahre schrumpfenden Segment neuen Schwung. Renault-Chef Carlos Ghosn will bis 2009 weitere 400 000 Stück des Autos verkaufen, das ursprünglich nur für Schwellenländer vorgesehen war. Damit steht der Logan für die Hälfte der von Renault geplanten Absatzsteigerung um 800 000 Fahrzeuge bis 2009. „Der Logan ist der größte Erfolg von Renault seit dem Einstieg beim japanischen Hersteller Nissan“, sagte Auto-Analyst Albrecht Denninghoff von der Hypo-Vereinsbank.

Renault ist es gelungen, angesichts der anhaltenden Konsumverweigerung auch im Automobilsektor auf die „Geiz-ist-geil-Welle“ aufzuspringen. Der Logan ist schon ab 7 500 Euro zu haben. Selbst ein miserables ADAC-Testergebnis zum Start, das sich später als falsch herausstellte, konnte den Wagen, nicht ausbremsen. Auch auf dem kritischen deutschen Markt läuft der Logan besser als erwartet: Renault korrigierte bereits seine Absatzplanungen für Deutschland nach oben und rechnet dieses Jahr nunmehr mit 6 000 verkauften Logan, statt der ursprünglich anvisierten 4 000 Einheiten.

VW hat weniger Glück

Nach Ansicht von Analysten hat Renault mit dem Logan das Segment der Billigautos in Europa neu definiert und die Nachfrage nach Autos für unter 10 000 Euro neu belebt. Erstmals seit 1999 stieg im vergangenen Jahr in Deutschland der Absatz von Autos in dieser Preisklasse wieder an – und auch 2006 sollen die Verkäufe in diesem Segment weiter klettern. Auch die anderen großen Hersteller sind inzwischen auf den Zug zum Billigauto aufgesprungen. VW schickt seit April vergangenen Jahres seinen in Brasilien gebauten und knapp 9 000 Euro teuren Kleinwagen Fox ins Rennen und Toyota und Peugeot-Citroen bieten seit 2005 einen in einem gemeinsamen Werk in Tschechien gefertigten Kooperations-Kleinwagen für unter 9 000 Euro an. Fiat plant, das Modell Palio, das die Italiener für Schwellenländer entwickelt haben, 2008 zu erneuern.

Neuer Platzhirsch in Westeuropa unter den Günstig-Modellen ist zwar der VW Fox – doch im Gegensatz zum Logan verdienen die Wolfsburger wegen des stark gestiegenen Wechselkurses des brasilianischen Real mit dem Fox kein Geld in Europa. Dacia konnte dagegen 2005 erstmals seit fünf Jahren ein positives Jahresergebnis von 57 Mill. Euro vorweisen, weil sich der Logan so gut verkauft.

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