Rendite
Henkel-Aktionäre wollen mehr

Kasper Rorsted hat Henkel fit gemacht. Doch die Rendite hat noch lange nicht das Niveau der großen Spieler im Markt erreicht. Deswegen muss er heute auf der Hauptversammlung so manche kritische Frage beantworten.
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DüsseldorfHenkel-Chef Kasper Rorsted arbeitet seit vier Jahren auf ein Ziel hin, Silvester 2012 ist es so weit. Bis zum Jahresende, so Rorsteds Credo, soll der Dax-Konzern aus Düsseldorf eine bereinigte operative Umsatzrendite von 14 Prozent erreichen. Es sieht gut aus: Bislang hat das Unternehmen unter der Führung des Dänen den Weg zu diesem Ziel gradlinig zurückgelegt.

Henkels Aktionäre, die heute im Kongresszentrum der Messe Düsseldorf zur Hauptversammlung zusammenkommen, fragen sich schon: Was kommt danach? Rorsteds Mannschaft arbeitet noch an den Zukunftsplänen. Doch eines ist schon heute absehbar: Die wiedergewonnene Stärke des Konglomerats aus Klebstoffen, Reinigungsmitteln und Kosmetik ist neue Grundlage für eine Expansion. Radikale Änderungen in der Unternehmensstruktur sind dagegen nicht zu erwarten.

Seine neue Strategie will Rorsted erst Mitte November vorstellen. Heute wird er den Anteilseignern lieber beschreiben, wie er Rendite und Umsatz sowie den Anteil der Wachstumsländer in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und nebenbei die Schulden reduziert hat.

Henkel

Umsatz nach Regionen

in Mio. Euro, ( )=Veränderung zu 2010 in %


( mit der Maus über die Grafik fahren)

Erfolgreiche Fokussierung

Dieser Weg lässt sich auf einen Begriff bringen: Fokussierung. Vier Jahre nach Amtsantritt des 50-jährigen Dänen ist der Konzern übersichtlicher denn je. Zum einen hat der Vorstand die Zahl der Marken kräftig zusammengestrichen: von einst 1000 auf 300 in naher Zukunft. Das vereinfacht das Marketing, konzentriert Werbegelder und die Mittel für Forschung- und Entwicklung.

Zum anderen hat Henkel in einigen Ländern unrentables Geschäft aufgegeben oder ist dort ausgestiegen, wo das Management keine Chancen mehr gesehen hat. In China beispielsweise verkauft Henkel keine Waschmittel mehr. In Indien und Korea sind große Teile der Kosmetikpalette aus dem Programm gestrichen worden.

Als Drittes hat Rorsted Verwaltung und Produktion gestrafft. Rund 1000 Menschen arbeiten mittlerweile an Billiglohnstandorten wie Bratislava oder Manila. Dort erbringen sie zentrale Verwaltungsfunktionen – etwa in der Buchhaltung. Zudem gibt es heute trotz gestiegener Umsätze weniger Fabriken. Das heißt: Gerade bei Produkten mit kleineren Volumina vergibt Henkel heute mehr Aufträge an Drittfertiger bis hin zur Entwicklung. Henkel ist teilweise eher Vermarktungsmaschine als Hersteller.

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