Renditeeinbruch im Generikageschäft
Stada enttäuscht die Anleger

Der Preiskrieg bei Nachahmermedikamenten hinterlässt seine Spuren in der Stada-Bilanz. Im zweiten Quartal stagnierte der operative Gewinn praktisch auf Vorjahresniveau. Die Investoren sind enttäuscht.

HB FRANKFURT. Im zweiten Quartal wurde ein operativer Gewinn von 52,8 Millionen Euro erwirtschaftet, wie das Unternehmen aus dem hessischen Bad Vilbel am Mittwoch in seinem Zwischenbericht mitteilte. Analysten hatten im Schnitt 59 Mill. Euro erwartet. Im ersten Halbjahr legte der operative Gewinn um acht Prozent auf 109,5 Mill. Euro zu. Dabei profitierte Stada allerdings vom starken Geschäft mit Markenprodukten wie der Sonnenmilch Ladival und dem Erkältungsmittel Grippostad C. Hier legte der operative Gewinn um die Hälfte auf 36,4 Mill. Euro zu.

Im weit größeren Generika-Segment schrumpfte der operative Gewinn dagegen um 23 Prozent auf 77,2 Mill. Euro, die operative Rendite brach auf 13,7 von 18,1 Prozent ein. Während Stada mit seiner Billigmarke Aliud ein Umsatzplus von 26 Prozent auf 122 Mill. Euro verbuchte, ging der Umsatz bei der traditionellen Generika-Vertriebslinie Stadapharm um 26 Prozent auf 96,3 Mill. Euro zurück und blieb hinter den Erwartungen des Vorstandes.

Nach der Vorlage von Halbjahreszahlen haben viele Investoren ihre Stada-Aktien verkauft und die Titel um 1,7 Prozent auf 32,38 Euro ins Minus gedrückt. Analysten bemängelten vor allem, dass der Bad Vilbeler Konzern wegen des Preiskriegs bei Nachahmermedikamenten im ersten Halbjahr einen Renditeeinbruch verzeichnet hat. Cheuvreux bekräftigte die Anlageempfehlung mit "underperform" und einem Kursziel von 34 Euro.

Das Management rechnet zwar im zweiten Halbjahr mit einer Belebung des Geschäfts mit den Stada-Generika. Dem stehe aber ein höherer Margendruck gegenüber. Stada wolle darauf noch in diesem Jahr mit deutlichen Preissenkungen reagieren. Die Ausschreibung weiterer Rabattverträge durch die Krankenkassen würde den Margendruck noch verschärfen und signifikante Umsatz- und Ertragsrisiken mit sich bringen, warnte Stada. Daher sei es auch bei einer Belebung des deutschen Geschäfts fraglich, ob dessen Rendite 2008 wie in den vergangenen Jahren noch im Konzerndurchschnitt liegen werde.

Stada hatte bereits Ende Juli seine Umsatzerwartung Jahr gesenkt. Der Vorstand lässt offen, ob Deutschlands drittgrößter Anbieter von Nachahmermedikamenten das anvisierte prozentual zweistellige Wachstum noch erreichen kann, und spricht nur noch von einem "erneut deutlichen Umsatzzuwachs". Im ersten Halbjahr stiegen die Erlöse um zwölf Prozent auf 822,8 Mill. Euro. Der Konzerngewinn lasse sich gegenüber dem Vorjahresniveau von 105,1 Mill. Euro prozentual zwar um deutlich mehr als zehn Prozent steigern, werde aber wohl die 2007 - um Sondereffekte bereinigt - erzielten 146,8 Mill. Euro nicht erreichen.

Stada ist nun auf der Suche nach Übernahmezielen. "Wir werden noch in diesem Jahr, spätestens im ersten Quartal neue Ergebnisse und Akquisitionen vorweisen können", sagte Vorstandschef Hartmut Retzlaff am Mittwoch in Frankfurt. Stada arbeite daran, den Anteil Deutschlands am Gesamtumsatz zu verringern. "Wir werden weiter wachsen durch Akquisitionen. Aber man muss auch sagen, keine Akquisitionen um jeden Preis", fügte Retzlaff hinzu.

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