Reserven werden wohl erneut neu bewertet
Royal Dutch und Shell wachsen endlich richtig zusammen

Der weltweit drittgrößte Ölkonzern Royal Dutch/ Shell will mit einer Zusammenlegung seiner beiden Holdinggesellschaften die Firmenstruktur vereinfachen. Damit soll nach dem Skandal um falsch bewertete Öl- und Gasreserven aber wohl auch neues Vertrauen geschaffen werden. Immerhin steht beim britisch-niederländischen Ölkonzern offenbar erneut eine Neubewertung der Reserven an.

HB LONDON/AMSTERDAM. Royal Dutch/ Shell kündigte am Donnerstag an, weitere 900 Mill. Barrel an Öl- und Gasreserven zu überprüfen, was Befürchtungen bei Investoren auslöste, es könnte erneut eine Herabsetzung der Bewertung bevorstehen. Seinen so genannten Reingewinn zu laufenden Kosten erhöhte das Unternehmen im dritten Quartal dank des gestiegenen Ölpreises um rund 70 % auf 4,407 Mrd. Dollar. Befragte Analysten hatten im Schnitt mit 4,23 Mrd. Dollar gerechnet.

„Wir sollten von der komplexen Führungs- und Unternehmensstruktur, die von den Leuten schwer zu verstehen ist, wegkommen“, erklärte Royal-Dutch-Chef Aad Jacobs. „Wir haben gut zugehört, was die Welt uns zu sagen hatte.“ Das Debakel um die Reservenbewertungen habe die Veränderungen nötig gemacht, hieß es. „Das Problem mit den Reserven hat uns den letzten Anstoß gegeben, diese Dinge voranzutreiben“, sagte Shell-Manager John Kerr, der die neue Struktur mit ausgearbeitet hat.

Shell gehört derzeit zu 60 % der Royal Dutch Petroleum Company und zu 40 % der Shell Transport und Trading Company. Das geeinte Unternehmen - Royal Dutch Shell Plc - soll den Angaben zufolge in Großbritannien eingetragen werden und seinen Firmensitz in den Niederlanden haben. Die Hauptnotierung wird demnach an der Londoner Börse sein; ein Zweitlisting wird es in Amsterdam geben. Der ehemalige Vorsitzende der Gruppe, Jeroen van der Veer, soll auch dem geeinten Unternehmen vorstehen. Jacobs, ehemaliger Vorsitzender des Direktoriums von Royal Dutch, wird Direktoriumsvorsitzender, aber nicht für das Tagesgeschäft zuständig sein.

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