Ressoucennutzung
Nachhaltigkeit schafft Werte in Chemiebranche

Milliarden Mehrwert schaffen oder Milliarden vernichten: Diese Extreme beim Einsatz von Ressourcen stellten Forscher bei neun Unternehmen der Chemiebranche fest. Der „Sustainable-Value“-Ansatz zeigt erhebliche Effizienzunterschiede. Wie Unternehmen bei Nachhaltigkeit punkten können.
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BerlinUnternehmen der Chemiebranche haben in den letzten Jahren beim Einsatz ihrer Ressourcen im Extremfall bis zu 1,6 Milliarden Euro jährlichen „nachhaltigen“ Mehrwert geschaffen oder aber bis zu 2,3 Milliarden Euro an Wert vernichtet. Diese Spannbreite hat eine internationale Forschergruppe um das Berliner Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung (IZT) ermittelt. Die dem Handelsblatt vorliegende Studie bewertet neun Konzerne über vier Jahre anhand von 13 Indikatoren.

Die Untersuchung basiert auf dem ‚Sustainable-Value’-Ansatz. Er misst die nachhaltige Wertschöpfung in Euro. „Nachhaltigen Mehrwert, Sustainable Value, erzielen Unternehmen immer dann, wenn sie ihre ökonomischen, ökologischen und sozialen Ressourcen effizienter einsetzen als die Konkurrenz“, erläutert Prof. Frank Figge von der Queen’s University Belfast, Mitentwickler des Konzepts. Es erweitert die Finanzanalyse: Nachhaltigkeitsleistungen werden wertorientiert erfasst und können dann gesteuert werden.

Air Liquide und BASF erzielten als einzige über den gesamten Zeitraum einen positiven, nachhaltigen Mehrwert. Beide erwirtschafteten in jedem einzelnen Jahr mit den von ihnen eingesetzten ökologischen, sozialen und ökonomischen Ressourcen einen überdurchschnittlichen Cash-Flow. Reliance arbeitet ähnlich gut, es fehlten aber Daten zur Umweltleistung für 2007.

Air Liquide liegt bei Berücksichtigung der Firmengröße an der Spitze: „Das Unternehmen hat seine Ressourcen 2007 fast doppelt so effizient eingesetzt wie der Durchschnitt und folglich beinahe doppelt so viel Cash-Flow generiert“, berichtet Mitautorin Andrea Liesen vom IZT.

BASF, Auftraggeber der Studie, fiel hingegen vom zweiten Platz auf Rang vier. Sein nachhaltiger Mehrwert lag leicht unter dem hohen Niveau von 2004. Gleichwohl setzen die Ludwigshafener ihre Ressourcen 1,3-mal effizienter ein als vergleichbare Unternehmen, wendeten also 30 Prozent weniger für einen Euro Cash-Flow auf.

Die stärkste positive Entwicklung zeigt sich dagegen beim Konkurrenten Bayer: Wegen der Veräußerung von Lanxess konnten sie der Studie zufolge „bemerkenswerte Effizienzsteigerungen von insgesamt 1,54 Milliarden Euro verzeichnen“, nachdem sie 2004 noch 700 Millionen Euro vernichtet hätten. Bei Dupont geht der Trend in dieselbe Richtung, fällt aber schwächer aus.

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Gutes Management zeigt ökonomische Wirkung

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