Ressourceneffizienz
Unternehmer fordern Klima-Offensive

Aufgeschreckt durch Stern-Bericht und Weltklimareport werben plötzlich viele Unternehmensgruppen für den Klimaschutz. Dagegen hat die aktuelle „Klima-Offensive für Deutschland“ des Unternehmensverbands BAUM eine ganz andere Qualität: Wirtschaft und Haushalte könnten bis zu 350 Millionen Tonnen Kohlendioxid und bis zu 214 Milliarden Euro einsparen.

BERLIN. Die 15 Vorschläge des Unternehmensverbands BAUM basieren auf langjährigen Praxiserfahrungen von Unternehmen und einem 20-jährigen Engagement für Klimaschutz. „Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen lassen sich bis zu 350 Millionen Tonnen CO2 und bis zu 214 Milliarden Euro einsparen“, sagt Maximilian Gege, Vorsitzender des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (BAUM). Zu den Mitgliedern des Vereins gehören Adidas, Deutsche Post, Henkel und Otto.

BAUM schlägt ein 50-Milliarden-Euro-Programm zur Erhöhung der Energieeffizienz bei den 3,2 Millionen Unternehmen und 39 Millionen Haushalten vor sowie ein 50-Milliarden-Euro-Programm für eine umfassende und obligatorische Gebäudesanierung. Die Reduzierung klimaschädlicher Subventionen um 30 Mrd. Euro könne einen Teil davon finanzieren.

Für die Hauptfinanzierung macht der Verband einen laut Experten realistischen Vorschlag: Es solle ein „Klimafonds“ über 70 Mrd. Euro aufgelegt werden – einem Anteil von 1,5 Prozent des deutschen Geldvermögens. Für ihre Einlagen sollen Anleger fünf Prozent Zinsen erhalten. „Der Fonds würde jede Maßnahme finanzieren, die sich schnell amortisiert und damit sehr wirtschaftlich ist. Die Refinanzierung erfolgt also durch erzielte Einsparungen“, erläutert Gege.

Durch eine höhere Energieeffizienz seien allein in Unternehmen jährlich CO2-Senkungen von bis zu 160 Mill. Tonnen und Einsparungen bis zu 96 Mrd. Euro möglich. „In Deutschland lassen sich zwei bis fünf Prozent der unternehmerischen Gesamtkosten durch gezieltes Umweltmanagement vermeiden. Energie hat hieran einen großen Anteil“, rechnet Gege vor. Bei vielen Firmen sinken die Betriebskosten gar um acht Prozent, die Materialdurchsatzkosten um 20 Prozent, wie die Energieeffizienzagentur NRW aus langjährigen Erfahrungen mit hunderten Betrieben verschiedener Branchen berichtet.

Ressourceneffizienz diene nicht nur Klimaschutz, sondern stärke auch die Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen und verringere ihre starke Abhängigkeit von Rohstoffimporten aus oft unsicheren Ländern, sagte Gege. Investitionen in bessere Ressourcennutzung könnten zudem eine Million neuer Arbeitsplätze schaffen und das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Diese Effekte bestätigen wissenschaftliche Studien, die die unabhängige Aachener Stiftung Kathy Beys in Auftrag gegeben hat. Ressourcenschonung als Wirtschaftsmotor erhöhe Steuereinnahmen, senke überdies Sozialausgaben und entlaste den Staatshaushalt, heißt es dort.

„Mehr Ressourceneffizienz muss in Politik und Wirtschaft Top-Thema werden“, forderte daher Stiftungsvorstand Stephan Baldin.

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