Restrukturierung: Airbus gibt A380-Frachter vorerst auf

Restrukturierung
Airbus gibt A380-Frachter vorerst auf

Zuletzt war nur noch ein Kunde übrig geblieben, nun zieht Airbus die Konsequenzen. Der Flugzeugbauer hat alle Arbeiten an der Frachtversion des Großraumflugzeugs A380 vorerst gestoppt. Dabei hatte Airbus erst vor einer Woche dem einzigen Kaufinteressenten weitere Zugeständnisse gemacht.

HB HAMBURG/TOULOUSE. Das teilte eine Sprecherin des europäischen Flugzeugbauers am Donnerstag in Toulouse auf Anfrage mit. Das Programm sei nicht gestoppt, sondern unterbrochen, das Marketing beispielsweise werde fortgesetzt. Die Frachterversion bleibe somit „aktiver Teil der Airbus-Familie.“ Unter anderem für die Frachtversion hatte der Airbus-Konzern am Standort Hamburg einen umfangreichen Ausbau durchgesetzt, der heftigen Streit mit Umweltschützern ausgelöst hatte.

Die Airbus-Sprecherin bestätigte Angaben der „Financial Times Deutschland“. Wie die Zeitung erfuhr, hat Programmchef Mario Heinen die Unterbrechung der Arbeiten am A380 Frachter der Airbus- Belegschaft am Donnerstag mitgeteilt. Heinen begründete den Schritt mit den großen finanziellen Herausforderungen und dem Fehlen einer kurzfristigen Perspektive für das Frachtmodell A380F.

Ein EADS-Sprecher erklärte in München, Grund für den Schritt sei ein neuer Zeitplan für das A380- Frachter-Programm. Die Frachtmaschine bleibe aber ein „zentraler Teil der A380-Flugzeug- Familie“, sagte er. „Es gibt ein Marktpotenzial von zirka 400 Flugzeugen über die nächsten 20 Jahre.

Der Baustopp für das Frachtmodell ist die erste Auswirkung der aktuellen Airbus-Krise auf die Modellpolitik des Flugzeugbauers. Airbus wird nun versuchen, seine Kapazitäten auf die Fertigstellung der Passagierversion des Riesenairbus A380 zu konzentrieren, dessen Auslieferung sich bereits zwei Jahre verspätet hat.

Erst vor kurzem hatte der US-Paketzusteller UPS hat sich mit dem europäischen Flugzeugbauer Airbus auf neue Lieferzeiten für seine Bestellung von zehn A380-Frachtmaschinen geeinigt. Die Vereinbarung hatte die die Möglichkeit zur Stornierung des Auftrags vorgesehen. Dies sei für beide Seiten Ende 2007 möglich. Ursprünglich sollte UPS die Flieger zwischen 2009 und 2012 erhalten. Zum Zeitpunkt des neuen Auslieferungstermins äußerte sich der US-Konzern nicht. UPS war der letzte verbliebene Kunde für die Frachtversion des Großraumflugzeugs. Konkurrent FedEx hatte als erster A380-Kunde seine zehn bestellten Frachtflugzeuge im November storniert. Die Leasingfirma ILFC und die Fluggesellschaft Emirates wandelten ihre Bestellung von Frachtversionen des doppelstöckigen Flugzeugs in Passagiermaschinen um. Obwohl Airbus damit nur noch ein Kunde für die Frachtversion des A380 bleibt, hält der Flugzeugbauer an dem Programm fest.

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