Restrukturierung
Modehaus Lacroix soll keine Mode mehr machen

Das insolvente Modehaus Christian Lacroix wird umgebaut. Der Plan zur Restrukturierung des großen französischen Designers ist kurios: Das Modehaus soll erst mal nur noch Parfüm und Accessoires verkaufen – das Kerngeschäft Haute Couture liegt auf Eis. Wie es bei Lacroix weiter geht.
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PARIS. Das Pariser Handelsgericht hat am Dienstag entschieden, dass das Modehaus Christian Lacroix restrukturiert werden soll. Mehr als 100 Mitarbeiter müssen gehen, nur elf sollen bleiben. Auch Christian Lacroix wird arbeitslos. Und das Kuriose: Zunächst soll das Modehaus keine Mode mehr machen.

Das Haus, dass der US-Duty-Free-Gruppe Falic gehört, hatte im Mai Insolvenz angemeldet und einen Restrukturierungsplan vorgelegt. Eine Liquidierung wurde allerdings vermieden, es kann sich immer noch ein Investor finden.

Monatelang sah es so aus, als ob einige Investoren Interesse hätten. Doch die möglichen Käufer, darunter ein arabischer Scheich, der ein Angebot von 100 Millionen Euro gemacht hatte, bekamen das Geld nicht zusammen.

Der Falic-Restrukturierungsplan sieht nun vor, zunächst die Modesparten Haute Couture und Prêt-à-porter von Lacroix zu beenden, nur das Geschäft mit den Lizenzen für Parfüm und Accessoires soll weiter laufen. Mit den Einnahmen sollen die Gläubiger bezahlt werden. Die Falic-Gruppe hat Lacroix’ Markenrechte gekauft.

Lacroix war eines der wenigen Haute-Couture-Häuser

Christian Lacroix, der für seine reich bestickten farbenfrohen Roben im südfranzösischen Stil bekannt ist, gehörte einst zum Luxusimperium LVMH (Moët Hennessy Louis Vuitton). Doch LVMH verkaufte 2005 das ewig defizitäre Label an Falic.

Seit Lacroix vor 22 Jahren mit Unterstützung von LVMH-Chef Bernard Arnault gegründet wurde, hat das Haus nie Gewinne erwirtschaftet. Allein im Jahr 2008 machte das Haus fast zehn Millionen Euro Verlust bei 30 Millionen Euro Umsatz.

Trotzdem gehörte Lacroix zu der Gruppe der großen Designer in Frankreich und war eines der wenigen übriggebliebenen Haute-Couture-Häuser. Eine Hoffnung gibt es indes noch für Lacroix. Es können sich weiterhin Interessenten melden, die dann direkt mit der Falic-Gruppe verhandeln.

Bei Lacroix versucht man die Entscheidung deshalb auch positiv zu bewerten. Nicolas Topiol, Chef von Lacroix, betonte: „Das Urteil erlaubt es, das Unternehmen zu erhalten und ihm eine Chance zu geben.“ Im Oktober fehlte Lacroix aber bei den Pariser Prêt-à-porter-Schauen. In der Zwischenzeit entwirft der Südfranzose Theaterkostüme, auf die er sich seit langem spezialisiert hat.

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