Restrukturierung
Opel setzt sich in Bochum durch

Der Autobauer kommt beim geplanten Jobabbau voran: Im Bochumer Werk sollen 1.800 Stellen gestrichen werden. Darauf haben sich Konzern und Betriebsrat geeinigt. Bei der Opel-Mutter in den USA weht ein ganz anderer Wind.
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Bochum

Der Autobauer Opel hat sich im Streit um den geplanten Abbau von 1.800 Arbeitsplätzen in seinem Werk Bochum nach monatelangen Verhandlungen durchgesetzt. Werksleitung und Betriebsrat einigten sich auf einen Restrukturierungsvertrag, mit dem der Personalabbau umgesetzt werden könne, wie der Hersteller am Dienstag in Bochum mitteilte.

Opel machte mehrere Zugeständnisse, etwa eine Verlängerung der Betriebsdauer der Getriebeproduktion um zwei Jahre oder höhere Wechselprämien für den Umzug zum Hauptwerk Rüsselsheim.

Insgesamt baut Opel in Bochum nun wie geplant 1.800 Arbeitsplätze ab. Zu Beginn der Restrukturierung im vorigen Jahr hatte das Werk 4.600 Beschäftigte, von denen 600 bereits im Jahr 2010 freiwillig ausgeschieden sind.

Die Stellenstreichungen sind Teil des Sanierungsplans für Opel. Der Autobauer war im Herbst 2008 zusammen mit seinem amerikanischen Mutterkonzern General Motors (GM) in eine schwere wirtschaftliche Krise geraten und wird derzeit saniert.

In den USA weht bei der Opel-Mutter GM allerdings ein ganz anderer Wind: Dort investiert man kräftig in neue Arbeitsplätze. Rund 2 Milliarden Dollar (1,4 Mrd Euro) fließen in 17 heimische Fabriken. Das werde 4000 Arbeitsplätze schaffen und sichern, teilte General Motors kürzlich mit.

"Wir tun das, weil wir zuversichtlich sind, was die Nachfrage nach unseren Autos und die Wirtschaft angeht", sagte Konzernchef Dan Akerson im Teilewerk von Toledo in Ohio, das zu den Nutznießern gehört. GM habe seit der überstandenen Insolvenz Mitte 2009 bereits 3,4 Milliarden Dollar investiert und 9000 Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen, rechnete Akerson vor.

Die Autos von Chevrolet bis Cadillac verkaufen sich gerade blendend. Viele der offenen Stellen sollen mit jenen besetzt werden, die in der Insolvenz ihren Job verloren haben. Tausende Beschäftigte waren bei der Beinahepleite auf der Strecke geblieben, die GM nur dank massiver Staatshilfe überleben konnte. Weltweit arbeiten für den Konzern noch 202 000 Menschen. Bei Opel in Bochum versucht der Betriebsrat gerade, Kündigungen zu vermeiden.

dapd/dpa

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