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Kein Scherz: Solarworld will Opel kaufen

Der Solarkonzern Solarword will Opel übernehmen und zum ersten "grünen" europäischen Autohersteller machen. In Berlin versucht Firmenchef Frank Asbeck nun, eine Bundesbürgschaft von 750 Millionen Euro zu erhalten. Die Politik ist überrascht, Autoexperte Ferdinand Dudenöffer angetan: Er sieht für Opel mehr Chancen als Risiken.

HB DÜSSELDORF. "Das Angebot ist ernst gemeint. Es geht mir darum, den Verkaufsprozess für Opel in Gang zu setzen", sagte Solarworld-Chef Frank Asbeck dem Handelsblatt. Die nötigen Barmittel in Höhe von 250 Mio. Euro stünden bereit. Zudem gebe es Banklinien über 750 Mio. Euro, die bei einer Bundesbürgschaft genutzt werden könnten. "Wir wollen den Bereich Automobil erschließen. Studien belegen, dass es einen Trend dahin gibt, Fahrzeuge mit Strom aus der Sonne anzutreiben."

Inzwischen ist Solarworld-Chef Frank Asbeck ist zu Gesprächen über sein Übernahmeangebot für die deutschen Opel-Werke in Berlin eingetroffen. Asbeck sagte Reuters TV am Mittwoch auf dem Flughafen Tegel, er habe mehrere Gespräche in der Bundeshauptstadt geplant.

"Ich kann nichts dazu sagen, mit wem ich mich in Berlin treffe. Die Idee für eine Übernahme von Opel ist uns nicht heute morgen um 9 Uhr gekommen, die haben wir schon seit einigen Wochen." Bedeckt hielt sich der Konzerngründer über die Pläne für eine Integration des Autobauers. "Dazu werden wir uns derzeit nicht äußern."

Die Regierung hatte sich zuvor überrascht von dem Angebot gezeigt, für das Asbeck eine Bundesbürgschaft von 750 Millionen Euro erhalten will. Das Bundeswirtschaftsministerium hat eine Einschätzung des Angebots von Solarworld zur Übernahme des Autoherstellers Opel abgelehnt. „Die Bewertung des Angebots von Solarworld bleibt dem Unternehmen General Motors vorbehalten“, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Von einem Termin des Chefs von Solarworld im Ministerium sei ihm nichts bekannt.

In Regierungskreisen hatte es zuvor geheißen, von einem Interesse von Solarworld an Opel sei bislang nichts bekannt gewesen. Auch das Wirtschaftsministerium äußerte sich überrascht von der Initiative von Solarworld. Asbeck unterstrich, er warte auf eine Reaktion des Opel-Mutterkonzerns General Motors, der eine Milliarde Euro „Mitgift“ zahlen solle. Solarworld verfüge selbst über eine Liquidität von einer Milliarde Euro, wolle aber dennoch die Bundesbürgschaft, um seine eigenen Aktionäre abzusichern.

Der bisher ausschließlich in der Solartechnologie aktive Konzern will Opel zum ersten "grünen" europäischen Autokonzern weiterentwickeln. Bislang hat Asbeck, der mit seiner Familie Hauptaktionär von Solarworld ist, keine Gespräche mit Opel oder deren Muttergesellschaft General Motors geführt. "Ein erster Kontaktversuch kam nicht zustande. Wir haben nun parallel Opel-Chef Hans Demant über unsere Pläne informiert."

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