Rettungsplan
Magna macht Bochumer Opel-Werk Hoffnung

Der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna hat noch keine detaillierte Planung für die Rettung des Autobauers Opel. Fest steht allerdings wohl schon, dass am Standort Bochum „deutlich weniger“ Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Magna reagiert damit offenbar auf die Ablehnung seines Konzepts durch die nordrhein-westfälische Landesregierung.

HB OBERWALTERSDORF/WIEN. Der Opel-Rettungsplan des internationalen Autozulieferers Magna sieht vor, dass im Opel-Werk Bochum künftig jährlich 190 000 Autos vom Typ Zafira gebaut werden. Dies teilte der Geschäftsführer von Magna, Siegfried Wolf, am Freitagabend in der Magna-Zentral in Oberwaltersdorf bei Wien mit. Wolf kündigte an, dass im Rahmen des von Magna am Freitag in Berlin erläuterten Konzepts die Opel-Werke in Kaiserslautern und Eisenach weitgehend unangetastet bleiben. Magna hat in seinem Konzept vorgesehen, dass das Opel-Hauptquartier und die Entwicklung weiterhin in Rüsselsheim bleiben.

Wolf zeigte Verständnis dafür, dass der Nordrhein-Westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers das von Magna vorgelegte Konzept ablehne. „Ich verstehe, dass Rüttgers um jeden Arbeitsplatz kämpft“, betonte der Geschäftsführer. Die genaue Zahl der im Rahmen einer Neuordnung nötigen Entlassungen bei Opel-Europa wollte er nicht nennen. „Wir wollen uns bemühen, mit deutlich weniger (als den in der Presse genannten Entlassungen) auszukommen. Jeder Arbeitsplatz der verloren ist, ist einer zu viel“. Es gebe jedoch noch keine Detailplanung.

Wolf begründete, warum Magna die Muttergesellschaft von Opel, General Motors mit 35 Prozent an dem neuen Konsortium beteiligen wolle: „Wir brauchen GM dabei. Wer glaubt, Opel kann man über Nacht von GM abschneiden, der hat sich nicht wirklich mit dem Thema auseinandergesetzt.“

Magna hat im Bieterwettstreit um Opel die besten Karten. Innerhalb der Bundesregierung und bei den Ländern mit Opel-Standorten zeichnete sich am Freitag eine Präferenz für den österreichisch-kanadischen Konzern ab. Magna will dem vernehmen nach zwar alle vier Opel-Standorte in Deutschland halten, aber gut 2500 Stellen abbauen, die meisten davon in Bochum. Spitzenvertreter von Bund und Ländern kündigten deshalb weiteren Gesprächsbedarf an. Zugleich wurde betont, dass noch keiner der drei Bieter aus dem Rennen sei. Eine Entscheidung soll nächste Woche fallen.

Neben Magna haben der italienische Autobauer Fiat und der in Belgien börsennotierte Finanzinvestor RHJ für Opel geboten. Vize-Regierungssprecher Thomas Steg betonte, die Entscheidung über den künftigen Opel-Eigner werde letztlich in den USA getroffen. Die Zustimmung der Bundesregierung ist allerdings erforderlich, damit ein Investor Zugriff auf staatliche Garantien hat. Dies haben alle drei Interessenten gefordert.

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