Rettungsplan
Opel-Kapitalbedarf weiter offen

Eine Zukunft ohne General Motors wird für Opel teuer - oder den Staat. Denn um auf eigenen Beinen stehen zu können, benötigt Opel langfristig eine deftige Finanzspritze. In welcher Höhe ist noch unklar. Einen Bericht, wonach der Kapitalbedarf auf bis zu neun Milliarden Euro geschätzt werde, wies Opel als absurd zurück.

HB RÜSSELSHEIM. Opel-Chef Hans Demant hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach der Autobauer langfristig acht bis neun Mrd. Euro brauche. „Das ist Unsinn. Die Zahl ist absurd“, sagte Demant. Die Nachrichtenagentur dpa hatte zuvor berichtet, die Tochter des Autokonzerns General Motors (GM) benötige für das eigene Überleben langfristig neben den beantragten Staatshilfen weitere Milliarden. Aus Konzernkreisen hatte es zuletzt geheißen, bis Ende 2011 brauche Opel 3,3 Mrd. Euro, davon 2,6 Mrd. Staatsbürgschaften und den Rest durch einen Beitrag der Arbeitnehmer. in dem dpa-Bericht war von 9 Mrd. Euro die Rede.

Vergangene Woche hatte GM erstmals zumindest eine teilweise Trennung von der langjährigen Tochter ins Auge gefasst. Ganz ohne einen großen Autobauer könne Opel jedoch nicht existieren, sagte Demant. „Wir brauchen eine Mutter im Hintergrund.“ Derzeit führe das Unternehmen Gespräche, wie sich die Händler an der Opel-Rettung beteiligen könnten. „Wir werden versuchen eine Struktur zu erzeugen, die Einlagen von außen ermöglicht“, sagte Demant nach einem Gespräch mit dem stellvertretenden hessischen Ministerpräsidenten Jörg-Uwe Hahn (FDP). Hahn sprach sich auch für eine vom Betriebsrat geforderte Beteiligung der Mitarbeiter an dem Unternehmen aus. Hessen hat als einziges Bundesland mit Opel-Standorten bereits ein Gesetz über Hilfen für den Autobauer und Zulieferer auf den Weg gebracht. Das Land werde die erforderlichen Maßnahmen zur Rettung von Opel mittragen, sagte Hahn. Der Hauptansprechpartner für Hilfen auf staatlicher Seite sei jedoch der Bund.

Die Bundesregierung ist zunehmend verärgert und mahnte in den USA tragfähige Konzepte an, um die mehr als 25 000 Arbeitsplätze an den vier deutschen Standorten zu bewahren. Mehrere Tausend Opel - Beschäftigte demonstrierten in Europa für ihre Jobs.

Aus der Konzernzentrale in Detroit kamen Botschaften der Hoffnungslosigkeit. Die Fahrt in den Abgrund geht für den US- Autokonzern ungebremst weiter: Der Konzern schrieb 2008 mit 30,9 Milliarden Dollar den vierten Verlust dieses gewaltigen Ausmaßes in Folge. Auch das Geschäft in Europa mit der Hauptmarke Opel geriet tiefer in die roten Zahlen. Der operative Verlust verfünffachte sich auf 2,9 Milliarden Dollar (2,3 Mrd Euro).

Nach dpa-Informationen aus Finanzkreisen hat General Motors bisher keine verbindlichen Angaben über die Zukunft der deutschen Werke gemacht. GM prüfe einen Verkauf des Opel-Werkes in Eisenach (Thüringen), für das es Interessenten gebe. Entscheidungen seien noch nicht getroffen.

Voraussetzung für Staatshilfen ist unter anderem, dass deutsches Steuerzahlergeld nicht in die Kassen des US-Mutterkonzerns fließt. Das Opel-Management will seinen Rettungsplan an diesem Freitag dem Aufsichtsrat vorlegen. Über Details wurde zunächst nichts bekannt. Vom Bund wünscht das Unternehmen bisher Kredite oder Bürgschaften von rund 3,3 Milliarden Euro.

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