Rheinmetall, Lockheed, KMW Das sind die größten Waffenhersteller der Welt

Krisen und Kriege bescheren der Rüstungsindustrie wieder stark steigende Umsätze. Besonders US-Konzerne profitieren von dem Boom – aber auch deutsche Firmen legen kräftig zu. Die größten Rüstungskonzerne im Überblick.
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Rheinmetall, Lockheed, KMW: Die größten Waffenhersteller der Welt Quelle: dpa
Schützenpanzer von Rheinmetall

Der deutsche Rüstungskonzern gehört zu den Gewinnern des weltweiten Waffenbooms.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIn Zeiten politischer Spannungen mit vielen militärischen Konflikten werden auf der Welt wieder mehr Waffen verkauft. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz der 100 größten Rüstungsunternehmen mit Waffen und militärischen Dienstleistungen auf 374,8 Milliarden Dollar (rund 316 Milliarden Euro), wie das schwedische Friedensforschungsinstitut Sipri berichtete. Nach fünf Jahren des Rückgangs nahmen die Waffenverkäufen damit erstmals wieder zu - im Vergleich zu 2015 um 1,9 Prozent.

Mehr als zwei Drittel (217 Milliarden Dollar) der Rüstungseinnahmen gingen an amerikanische Unternehmen, die rund vier Prozent mehr verkauften. Dafür hätten zum einen US-Militäroperationen im Ausland gesorgt. Außerdem hätten andere Länder amerikanische Waffensysteme erworben. Die westeuropäischen Waffenverkäufe blieben nach einem Anstieg im Vorjahr dem Bericht jetzt zufolge stabil. Der Umsatz betrug rund 91,6 Milliarden Dollar (rund 77 Milliarden Euro).

Das sind laut Sipri die zehn größten Rüstungskonzerne der Welt:

Platz 10: Thales (Frankreich)

Der französische Rüstungskonzern hat es 2016 in die Top Ten geschafft. Der Umsatz im Rüstungsgeschäft stieg dabei um knapp 80 Millionen Dollar auf 8,2 Milliarden Dollar. Die Militärtechnik trägt aber nur 50 Prozent zum Geschäft bei, ansonsten in Thales vor allem im Luft- und Raumfahrtsektor tätig.

Platz 9: Leonardo (Italien)

Die Italiener, die zuvor unter dem Namen Finmeccanica firmierten, bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. Die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens. 2016 sank der Umsatz im Waffengeschäft dagegen um gut 700 Millionen Dollar auf 8,5 Milliarden Dollar.

Platz 8: L-3 Communications (USA)

Der US-Konzern hat sich erneut weiter vorgearbeitet und steigt von Platz zehn auf Platz acht. L-3 liefert vor allem Kommunikationssysteme und Navigationssysteme an das Militär. Außerdem stellt der Konzern Körperscanner für Flughäfen her. 2016 betrug der Umsatz im Waffengeschäft rund 8,9 Milliarden Dollar, knapp mehr als im Vorjahr.

Platz 7: Airbus Group (Europa)

Der europäische Konzern macht im Militärgeschäft etwa 17 Prozent seines Gesamtumsatzes. Quelle: dpa
Airbus-Militärtransport A400M

Der europäische Konzern macht im Militärgeschäft etwa 17 Prozent seines Gesamtumsatzes.

(Foto: dpa)

Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt erneut auf Platz sieben im Sipri-Ranking. Im Jahr 2016 standen Umsätze im Militärbereich von 12,5 Milliarden Dollar zu Buche – etwas weniger als im Vorjahr.

Platz 6: General Dynamics (USA)

Der Konzern General Dynamics beliefert alle Sparten des US-Militärs. Quelle: AP
Zerstörer der US-Marine im Dock

Der Konzern General Dynamics beliefert alle Sparten des US-Militärs.

(Foto: AP)

Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden mit Kriegsgütern gemacht. 2016 lag der Umsatz der Rüstungssparte erneut bei rund 19,2 Milliarden Dollar.

Platz 5: Northrop Grumman (USA)

Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 21,4 Milliarden Dollar gut 87 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2. Im september verkündete der Konzern die Übernahme des Raketentechnik-Spezialisten Orbital ATK für 7,8 Milliarden Dollar. Die Firma stellt Motoren und zahlreiche andere Teile für Systeme her, die unter anderem auch für die Abwehr von Atomraketen eingesetzt werden können.

Platz 4: BAE Systems (Großbritannien)

Der von BAE entwickelte Kampfjet gehört zu den Exportschlagern des Konzerns. Quelle: picture alliance/AP Images
Eurofighter Typhoon

Der von BAE entwickelte Kampfjet gehört zu den Exportschlagern des Konzerns.

(Foto: picture alliance/AP Images)

Der größte Rüstungskonzern Europas steigerte im Jahr 2016 seinen Umsatz im militärischen Bereich leicht auf 22,8 Milliarden Dollar. Das waren 95 Prozent des Gesamtumsatzes. Im weltweiten Ranking rutschten die Briten allerdings auf den vierten Platz. Erst kürzlich hat Katar 24 Typhoon-Kampfflugzeuge bei BAE geordert.

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  • Waffen sind ein zentraler Stützpfeiler unserer heutigen globalen Macht-, Wirtschafts- und „Sicherheits-“architektur (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/150664/umfrage/anteil-der-militaerausgaben-am-bip-ausgewaehlter-laender/), mit denen nicht nur weltweit mit das meiste Geld „gemacht“ wird, sondern deren Produktion und Handel einen nicht zu vernachlässigenden Beitrag zur globalen Wirtschaftsleistung darstellt. Konkret: Da hängen jede Menge „Arbeitsplätze“ dran.

    Und das beileibe nicht nur in der Waffenindustrie, sondern auch in der „ganz normalen“ öffentlichen und Wirtschaftsinfrastruktur, auf die sich die Waffenindustrie genauso stützt wie jeder andere Industriezweig auch (also z.B. Bau-, Textil-, Lebensmittel-, Energieindustrie, usw. usf.).

    Das sollte sich jeder klarmachen, bevor er sich über Meldungen wie diese aufregt.

    Was allerdings nicht heißen soll, dass die Menschheit nicht dringend eine ganz neue Architektur, was Machtverteilung und Wirtschaftsstrukturen angeht braucht, wenn sie gut überleben will.

    Zu erwarten, dass dieser Umbau ausgerechnet von den Machthabern ausgehen wird, auf die sich die heutige stützt, wäre allerdings nicht nur naiv, sondern auch unlogisch. Außerdem: Wozu haben wir heute digitale Netzwerke (u.a. „soziale“)?

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