Rheinmetall und Airbus

Rüstungsbranche wächst schneller als der Rest

Die internationalen Bedrohungen durch den Islamischen Terror und den Cyberkrieg lassen die Nachfrage an Rüstungsgütern aus Deutschland wachsen. Welche Konzerne profitieren von diesem Aufwärtstrend der Branche?
Die Nachfrage an deutschen Rüstungsgütern steigt angesichts internationaler Krisen. Quelle: dpa
Bundeswehr - Sturmgewehr G36

Die Nachfrage an deutschen Rüstungsgütern steigt angesichts internationaler Krisen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie deutsche Rüstungsindustrie hat harte Zeiten hinter sich: Schrumpfende Wehr-Etats in vielen Ländern nach Ende des Kalten Krieges zwangen die Branche, ihre Kapazitäten zu stutzen, Stellen abzubauen oder gleich mit der Konkurrenz zu fusionieren. Doch die Ausgangslage hat sich zuletzt stark verändert. Ob IS-Terror oder Cyberattacken – „die Bedrohungslage hat sich geändert“, sagt Rheinmetall-Chef Armin Papperger in seiner Funktion als Präsident des Bundesverbandes der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. „Die Zahl der Konflikte nimmt zu, die Welt ist nicht sicherer geworden.“ Das weiß die Branche durchaus für sich zu nutzen: Abseits der politischen Diskussion über streuende Sturmgewehre oder Ausfuhrgenehmigungen für Kampfpanzer steigt die Nachfrage nach „Rüstung made in Germany“ deutlich.

So wuchs die Branche seit 2010 um durchschnittlich 7,8 Prozent pro Jahr und damit doppelt so stark wie der Rest der deutschen Industrie, wie eine Studie des Berliner Wifor-Instituts nachwies. Die direkte Bruttowertschöpfung erreicht inzwischen ein Volumen von 12,2 Milliarden Euro. Das ist im Vergleich zur Autoindustrie mit rund 80 Milliarden nicht übermäßig viel, reicht aber aus, um rund 135.000 Menschen zu beschäftigen. „Neben den direkten Erwerbstätigen lassen sich im 2014 noch zusätzlich 173.000 Arbeitsplätze in den Vorleistungsindustrien dazu zählen“, sagt Georg Wilhelm Adamowitsch, Hauptgeschäftsführer des Verbandes

Das sind die größten Waffenhersteller der Welt
Platz 10: L-3 Communications
1 von 14

Platz 10: L-3 Communications

Das Unternehmen mit Sitz in New York ist bekannt als Hersteller der Körperscanner an Flughäfen (im Bild der damalige Innen- und heutige Verteidigungsminister Thomas de Maizière in Hamburg 2010). Laut Sipri erwirtschaftet L-3 Communications aber 82 Prozent seines Umsatzes mit militärischem Gerät. Produziert werden vor allem Kommunikations- und Navigationssysteme. Insgesamt kommt das Unternehmen in der Militärsparte auf einen Umsatz von 12,5 Milliarden Dollar.

Erlöse aus Waffenverkauf 2012:

10,84 Milliarden Dollar

Erlöse aus Waffenverkauf 2011:

12,52 Milliarden Dollar

Gesamterlös:

13,15 Milliarden Dollar

Anteil der Waffenverkäufe am Gesamtgeschäft:

82 Prozent

Gesamtgewinn 2012:

0,78 Milliarden Dollar

Mitarbeiter weltweit:

51.000

Platz 9: Finmeccanica (Italien)
2 von 14

Die Italiener bauen Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer und Schiffsgeschütze, aber auch den Hochgeschwindigkeitszug ETR 500. Mit einem Umsatz von 9,3 Milliarden Dollar in der Militärsparte ist Finmeccanica nicht nur im internationalen Waffenmarkt bedeutend, die Firma ist auch zweitgrößter Arbeitgeber Italiens.

Platz 8: United Technologies (USA)
3 von 14

US-Unternehmen dominieren die Top Ten der weltweit größten Rüstungsfirmen. Der Mischkonzern United Technologies hat mit seiner Militärsparte im vergangenen Jahr 9,5 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Damit konnte das Rüstungsunternehmen nicht an das starke vergangene Jahr anknüpfen – auch, weil die Hubschraubersparte Sikorsky Mitte 2015 für 9 Milliarden Dollar an Lockheed Martin verkauft wurde. United Technologies dürfte so 3 Milliarden Dollar an jährlichen Rüstungsumsätzen einbüßen.

Platz 7: Airbus Group (Europa)
4 von 14

Fast wäre aus Airbus, der ehemaligen EADS, und der britischen BAE der größte Rüstungskonzern der Welt geschaffen worden. Doch die Fusion platzte. Das europäische Unternehmen, an dem Deutschland, Frankreich und Spanien künftig direkt beteiligt sind, kommt allein auf Platz sieben im Sipri-Ranking. Im Jahr 2015 standen Umsätze im Militärbereich von 12,9 Milliarden Dollar zu Buche – gut 700 Millionen mehr als im Vorjahr.

Platz 5: Northrop Grumman (USA)
5 von 14

Das US-Unternehmen bedient mit seinen Produkten die Schiff-, Luft- und Raumfahrt. Der Militärbereich macht mit 20 Milliarden Dollar über 80 Prozent der Umsätze aus. Bekanntestes Produkt ist der Tarnkappenbomber B-2.

Platz 6: General Dynamics (USA)
6 von 14

Flugzeuge, Fahrzeuge und Schiffe für den militärischen Bedarf stellt General Dynamics her. Rund 60 Prozent des Umsatzes werden mit Kriegsgütern gemacht. 2015 konnte GD deb Umsatz mit der Rüstungssparte weiter steigern – und zwar auf 19,2 Milliarden US-Dollar.

Platz 4: Raytheon (USA)
7 von 14

Ganz auf Militärprodukte ist das Unternehmen aus Waltham (US-Bundesstaat Massachusetts) spezialisiert. 94 Prozent seines Umsatzes macht Raytheon mit Kriegsgerät. Im Jahr 2015 waren es 21,8 Milliarden Euro. Raketen und Radar-Systeme gehören zu den bekanntesten Produkten. Raytheon stellt auch das Raketenabwehrsystem Patriot her.

Mehr als die Hälfte der in Deutschland produzierten Rüstungsgüter geht ins Ausland. Für Papperger auch ein Zeichen „für die international führende technische Rolle“ der Branche.

Selbst die Krisenjahre hätten daran wenig geändert. Hoch ist auch der Anteil, den die sehr mittelständisch geprägte Branche in Deutschland für Innovationen ausgibt: der Anteil für Forschung und Entwicklung liegt bei knapp elf Prozent vom Umsatz und damit deutlich über der von der EU ausgegeben Zielmarke für die gesamte Wirtschaft von drei Prozent.

Marktführer Rheinmetall hat den Ausblick für Umsatz angehoben
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Rheinmetall und Airbus - Rüstungsbranche wächst schneller als der Rest

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%