Rheinwerk
Norsk Hydro schließt größte deutsche Aluhütte

Deutschlands größte Aluminiumhütte, das Rheinwerk, steht vor dem Aus. „Wir bereiten uns darauf vor, die Produktion in Neuss zu schließen“, sagte ein Sprecher des norwegischen Mischkonzerns Norsk Hydro Handelsblatt.com. Bedroht sind mehr als 600 Arbeitsplätze.

NEUSS. Norsk Hydro begründete den Schritt mit den hohen Strompreisen, ungünstigen Wechselkursen sowie den niedrigen Aluminiumpreisen. Es sehe nicht danach aus, dass sich die Lage auf absehbare Zeit entspannen werde. „Die Anlagen sollen nun konserviert und mit den Arbeitnehmervertretern Gespräche über einen Sozialplan aufgenommen werden“, sagte der Sprecher. Im Rheinwerk sind direkt 650 Mitarbeiter beschäftigt und weitere 100 bei dem Dienstleister Bilfinger Berger. Die Gießerei mit 140 Beschäftigen ist von der Schließung nicht betroffen.

Über ein Ende der Aluminiumproduktion im Rheinwerk wird schon seit Jahren spekuliert, da die Herstellungskosten um rund ein Drittel über denen der anderen Werke von Norsk Hydro liegen. Grund sind vor allem die hohen Stromkosten. Mit dem Verfall der Aluminiumpreise hat sich die Lage verschärft. Nach früheren Angaben produzierte das Rheinwerk jeden Tag einen Verlust von rund 300 000 Euro.

Um die Lücke zu den Schwesternhütten zu begrenzen, hatte die Hydro-Führung auf eine schnelle Entlastung durch die Bundesregierung gehofft. Neben einer Befreiung von Netzentgelten sollen energieintensive Industrien nach Regierungsplänen Einnahmen erhalten, die der Verkauf von Emissionszertifikaten dem Bundeshaushalt beschert. Trotz intensiver Gespräche ist der Bund offenbar nicht bereit, die Rückvergütung um einige Jahre vorzuziehen.

Das Rheinwerk mit einer Jahreskapazität von zuletzt 230 000 Tonnen ist Teil eines größeren Produktionsverbundes, zu dem zwei Walzwerke in unmittelbarer Nähe gehören.

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