Rhodia-Verkauf
Aventis fordert Flexibilität von EU

Der deutsch-französische Pharmakonzern Aventis wünscht sich für die von der EU geforderte Reduzierung seiner Anteile an der Chemiefirma Rhodia mehr Flexibilität. Angesichts einer laufenden Restrukturierung hätte die von der EU geforderte Reduzierung der Anteile auf fünf Prozent bis April 2004 eine nachteilige Wirkung. Aventis fühlt sich eigenen Angaben zufolge weiterhin verpflichtet, seine Rhodia-Anteile bis Ende 2004 zu verkaufen.

HB DÜSSELDORF. Die Verpflichtung, sich von den Rhodia-Anteilen zu trennen, rührt noch aus der Fusion der deutschen Hoechst AG mit der französischen Rhone Poulenc zu Aventis 1999 her. Die EU-Kommission hatte die Fusion unter der Auflage genehmigt, dass der Aventis-Anteil an Rhodia bis April 2004 unter fünf Prozent liegt. Auf die Frage, ob Aventis von der Europäischen Kommission mehr Zeit für den Verkauf erbitten wolle, lehnte eine Unternehmenssprecherin eine Stellungnahme ab.

Im September hatte Aventis-Chef Igor Landau noch bekräftigt, Aventis wolle die Rhodia-Anteile wie geplant bis April 2004 abgeben. Insgesamt hatte Aventis 25 Prozent an der Chemiefirma gehalten, im Mai 2003 aber bereits 9,9 Prozent verkauft.

Die französische Rhodia habe zur Leistungsverbesserung ein Restrukturierungsprogramm entwickelt, erklärte Aventis-Finanzchef Patrick Langlois. Ein unmittelbarer, erzwungener Verkauf des noch verbleibenden Aventis-Anteils könne eine nachteilige Wirkung haben. „Demzufolge würden wir gerne, wenn nötig, etwas mehr Flexibilität von den europäischen Kartellbehörden haben - angesichts der außergewöhnlichen Umstände, denen Rhodia gegenübersteht.“ Rhodia war im zweiten Quartal in die Verlustzone gerutscht und hatte ein schwieriges zweites Halbjahr in Aussicht gestellt.

Der Hersteller von Spezialchemikalien hatte im zweiten Quartal 87 Millionen Netto-Verlust bei einem Umsatz von 1,4 Milliarden Euro verzeichnet. Die an der Börse in Paris gelisteten Aventis-Aktien lagen am Morgen knapp ein Prozent im Plus bei 45,87 Euro. Rhodia-Titel stiegen um 1,38 Prozent auf 4,41 Euro an.

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