Rhön-Klinikum-Übernahme
Fresenius bekommt noch mehr Konkurrenz

Im Kampf um das Rhön-Klinikum mischt jetzt auch noch Krankenhausbetreiber Sana mit. Nach Fresenius und Asklepios sind auch die Münchner bei Rhön eingestiegen. Eine schnelle Übernahme-Lösung wird immer unwahrscheinlicher.
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FrankfurtDer Übernahmekampf um den Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum wird immer unübersichtlicher. Nach Fresenius und Asklepios sei auch der Konkurrent Sana bei der fränkischen Klinikkette eingestiegen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Donnerstag zu Reuters. Wie viele Aktien Sana erworben habe, sei unklar. Sana äußere sich nicht zu Aktienkäufen, erklärte eine Sprecherin des Münchner Unternehmens. Sie betonte jedoch: „Wir verstehen uns als Konsolidierer in dem sich wandelnden Krankenhaus-Markt.“

Durch den Einstieg von Sana bei Rhön, über den auch die „Financial Times Deutschland“ berichtet, sinken die Chancen, dass Fresenius rasch ein zweites Übernahmeangebot für Rhön vorlegt. Mit der ersten, 3,1 Milliarden Euro schweren Offerte war Fresenius gescheitert, weil sich der Konkurrent Asklepios bei Rhön eingekauft hatte. Seitdem prüft Fresenius, ob der Konzern einen zweiten Anlauf nehmen soll. „Durch den Einstieg von Sana wird die ganze Sache natürlich komplizierter“, sagte eine mit dem Prozess beteiligte Person. Ein Fresenius-Sprecher sagte, der Konzern prüfe weiter seine Optionen und werde seine Entscheidung zu gegebener Zeit kommunizieren.

Viele kurzfristig orientierte Investoren bei Rhön hoffen nach wie vor auf eine zweite Offerte von Fresenius. Durch den Einstieg von Sana werde dies aber immer unwahrscheinlicher, sagte ein Händler. Die Rhön-Aktie verlor 0,7 Prozent auf 16,74 Euro. Der Einstieg von Sana bei Rhön sei nicht überraschend, es habe schon länger entsprechende Gerüchte gegeben, sagte ein Brancheninsider. „Sana will nicht, dass der Kuchen verteilt wird und sie kriegen kein Stück davon ab.“

Sana ist der kleinste der vier großen privaten Klinikbetreiber in Deutschland, hat allerdings finanzkräftige Investoren im Rücken. Das Münchner Unternehmen gehört mehr als 30 privaten Krankenversicherern - unter anderem der DKV, Signal und der Allianz. Im vergangenen Jahr hatte Sana Finanzkreisen zufolge mit Rhön über einen Zusammenschluss verhandelt. Beide Seiten waren schon weitgehend handelseinig, am Ende platzte die Fusion allerdings.

Rhön-Gründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch, der von einem Konzern mit einem flächendeckenden Kliniknetz in Deutschland träumt, fädelte anschließend mit Fresenius-Chef Ulf Schneider den geplanten Verkauf an den Dax-Konzern aus Bad Homburg ein. Denkbar ist, dass Sana nun einen zweiten Anlauf bei Rhön unternimmt. In der Branche rechnen die meisten Experten angesichts der komplizierten Ausgangslage allerdings nicht mit schnellen Lösungen. „Derzeit gibt es eine Patt-Situation - alles spricht für einen runden Tisch“, sagte ein Insider.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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