Richtfest
Daimler schließt Bauarbeiten in Ungarn 2011 ab

Daimler hat Richtfest für sein neues Werk im ungarischen Kecskemet gefeiert. In einem guten halben Jahr soll es fertig gestellt sein. Doch bis die Produktion dort anläuft, dauert es noch deutlich länger.
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KECSKEMET. Im Frühjahr 2011 schließt Daimler die Bauarbeiten an seiner neuen Fabrik ab. "Im Mai wollen wir das Werk schlüsselfertig übernehmen", sagte Frank Klein, Geschäftsführer von Mercedes Ungarn, am Donnerstag beim Richtfest für das neue Werk. Für den Rest des kommenden Jahres ist die Produktionsvorbereitung in der Stadt 100 Kilometer südlich von Budapest geplant, Anfang 2012 sollen die ersten Serienfahrzeuge von den Bändern rollen.

In Kecskemet wird der Daimler-Konzern seine Kompaktmodelle der A- und B-Klasse produzieren. Der deutsche Autohersteller investiert in Ungarn etwa 900 Mio. Euro, knapp 100 Mio. Euro kommen davon als Hilfe vom ungarischen Staat. Beim Endausbau werden knapp 3000 Menschen in der neuen Fabrik arbeiten.

Mercedes-Ungarn-Chef Klein erwartet, dass in und um Kecskemet ein neues automobiles Zentrum für Ungarn entsteht. Zusätzlich zu Daimler siedeln sich nach und nach Zulieferer in der südungarischen Stadt an. "10 000 Arbeitsplätze insgesamt sind wahrscheinlich", sagte Klein im Gespräch mit dem Handelsblatt. Zehn Zulieferer würden unmittelbar zu Daimler auf das Werksgelände ziehen und direkt in die neue Autofabrik liefern. In der näheren Umgebung zur Fabrik in einem Umkreis von maximal 50 Kilometern würden sich voraussichtlich mehr als 30 Zulieferer ansiedeln. Zu den Mercedes-Lieferanten zählen etwa Bosch, Knorr-Bremse und der kanadisch-österreichische Magna-Konzern.

Nach den Großinvestitionen von Audi und Opel in Ungarn müssen die großen deutschen Autohersteller in Ungarn aufpassen, dass ihnen die Arbeitskräfte nicht ausgehen. "Kurzfristig ist der Arbeitsmarkt sicherlich angespannt", bestätigt auch Mercedes-Manager Klein. Ein Unternehmen wie Daimler sucht deshalb die enge Kooperation mit Universitäten und Schulen in der Region. Diese Zusammenarbeit soll dafür sorgen, dass die dringend benötigten Fachkräfte ausgebildet werden. Audi hatte im September angekündigt, dass das Unternehmen im westungarischen Györ knapp eine Mrd. Euro für den Ausbau seiner bestehenden Fabrik ausgeben wird. Etwa 3000 zusätzliche Arbeitsplätze werden dort entstehen. Opel investiert etwa 500 Mio. Euro in die Erweiterung seiner Motorenfabrik in Szentgotthard (500 zusätzliche Arbeitsplätze).

Die neue Mercedes-Fabrik Kecskemet ist das erste große Investment von Daimler in Osteuropa. Audi und Opel sind schon mehr als zehn Jahre in Ungarn mit eigenen Werken vertreten. Im ersten Jahr der vollen Produktion wird Daimler in Kecskemet voraussichtlich etwa 100000 Autos fertigen. Bei Bedarf kann die Produktion dort in den kommenden Jahren mehr als verdoppelt werden. Daimler hat genug Gelände gekauft, um sich entsprechend zu vergrößern.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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  • Mercedes hat seine Produktionsstandarts die in jedem Land eingehalten werden müssen. im Ausland werden alle Mercedes Mitarbeiter von Deutschen Mercedes Leuten geschult und ausgebildet um diese Standarts einzuhalten. Dahinter liegt jede Menge Arbeit. Nix mit zusammengeschustert, wird genau so gearbeitet wie in Deutschland auch. Die Autos werden weiterhin von deutschen ingenieren erdacht. Lediglich die Produktionskosten sind im Ausland niedriger als in Deutschland, da dort andere Lebensstandarts herrschen als in Deutschland. Oder wer würde in Deutschland für 300 bis 400€ im Monat arbeiten? Außerdem arbeiten Ausländische Arbeiter manchmal sauberer und genauer als Deutsche.
    Wäre jeder Mercedes komplett aus Deutschland, könnte sich kein normaler Mensch mehr leisten.
    Zur M-Klasse: ich fahre selbst einer und bin voll zufrieden. Es kann überall mal vorkommen, das sich ein Fehler einschleicht. Noboby is perfekt!

  • ich will keinen Mercedes, der teilweise in indien entwickelt wurde, dessen Einspritztechnik aus den USA, die Elekrtik aus Korea oder Slovenien, die Reifen aus Japan, die Farbe aus Frankreich, die Sitze aus Polen stammen und das Fahrzeug von den Lapanzen in Ungarn zusammengeschustert wird, da kann ich gleich das Geld zum Fenster hinauswerfen und mir einen Skoda kaufen. Man sieht an der M-Klasse, wohin solche Experimente führen: Murx! Ein Mercedes hat ein Fahrzeug zu sein, das von deutschem ingenieursgeist erdacht, geplant und konsturiert ist, von deutscher Hand bis hin zu jeder Schraube hergestellt und mit deutscher gewissenhafter Gründlichkeit gebaut wurde, alles andere ist kein Mercedes!

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