Riesen-Rückruf bei VW
Was Diesel-Besitzer jetzt wissen müssen

Das Kraftfahrt-Bundesamt greift durch. Rund 2,4 Millionen Diesel-Modelle von Volkswagen müssen zurück in die Werkstatt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen, die sich die betroffenen Autobesitzer jetzt stellen.
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DüsseldorfEigentlich hatte VW gehofft, dass man den Rückruf freiwillig organisieren könnte. Doch wegen der hohen Zahl der betroffenen Autos, hat das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) nun einen Zwangsrückruf angeordnet. Handelsblatt Online beantwortet die wichtigsten Fragen für betroffene Autofahrer.

Wie erfahre ich, ob mein Auto betroffen ist?
Die betroffenen Besitzer der rund 2,4 Millionen Dieselfahrzeuge werden vom Kraftfahrzeug-Bundesamt per Post benachrichtigt. Die betroffenen Marken VW, Audi, Seat und Škoda haben darüber hinaus eigene Internetseiten eingerichtet, auf denen die Autofahrer nachschauen können, ob das eigene Auto mit dem betroffenen Dieselmotor unterwegs ist. Zum Rückruf müssen alle TDI-Modelle nach Euro 5, die zwischen 2007 und 2015 produziert wurden und über einen Drei- bzw. Vierzylindermotor mit entweder 1,2, 1,6 oder 2,0-Liter Hubraum verfügen.

Was genau wird repariert?
VW ist verpflichtet, die Schummelsoftware, mit der die Stickoxid-Emissionen des Diesels manipuliert wurden, vollständig zu entfernen. Damit danach noch die gesetzlichen Grenzwerte eingehalten werden, muss VW die Motorensoftware anpassen oder zusätzliche Abgasreinigungssysteme installieren. Wie genau die technische Lösung aussehen soll, ist bisher nicht bekannt und wird sich je nach Modell und Markt stark unterscheiden. Zuletzt betonte der neue VW-Chef Matthias Müller, dass man nicht nur an drei, sondern an Tausenden Lösungen arbeite, um das Problem zu beheben. Bis Ende Oktober muss VW dem KBA einen detaillierten Plan präsentieren, wie man die 2,0 Liter-Motoren straßenreif machen will. Bei diesen Modellen reiche wohl ein Software-Update, heißt es bisher aus Konzernkreisen. Komplizierter könnte es bei den 1,2- und 1,6-Liter-Motoren werden. Hier hat das KBA eine Frist bis Ende November gesetzt.

Wann muss mein Auto in die Werkstatt?
Nach den bisherigen Aussagen von VW und den Behörden soll der Rückruf Anfang 2016 starten und sich das gesamte Jahr hinziehen. Insbesondere wenn technische Änderungen vorgenommen werden, könnte die Reparatur länger dauern und komplizierter werden. Im Dialog mit der Behörde soll VW darauf hingewiesen haben, dass ein Bauteil erst im September 2016 verfügbar sei. Ob der Rückruf damit wirklich bis Ende 2016 abgeschlossen werden kann, ist bisher nicht klar. Bis dahin können die Modelle weiterhin gefahren werden. Die festgestellten Manipulationen hätten keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Fahrzeuge, betont der Hersteller.

Wer bezahlt für die Reparatur?
Die Kosten für den Rückruf hat der Hersteller alleine zu tragen.

Leidet die Leistung, wenn ich mein Auto reparieren lasse?
Das kann bisher noch niemand seriös beantworten, da dies stark von der technischen Lösung abhängt. Da der Hersteller aber weiterhin alle gesetzlichen Grenzwerte einhalten muss, kann es durchaus sein, dass am Ende auch die Leistung der Dieselmodelle leidet. VW-Chef Müller sagte, es sei wichtiger, „das CO2-Ziel zu halten und dafür vielleicht auf 3 bis 5 km/h Höchstgeschwindigkeit zu verzichten“.

Was sagt der Volkswagen-Chef?
Matthias Müller sagt dem KBA eine „konstruktive Zusammenarbeit“ zu. In einem Brief an Verkehrsminister Dobrindt, der dem Handelsblatt vorliegt, schreibt er: „Für sämtliche Fahrzeuge mit einem betroffenen Dieselmotor EA189 werden wir eine Lösung anbieten.“

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Kann ich Schadenersatz verlangen?

Kommentare zu " Riesen-Rückruf bei VW: Was Diesel-Besitzer jetzt wissen müssen"

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  • JETZT STRATEGIEWANDEL!

    AB in die alternativen Antriebe Herr Müller! (Die Amis machen es definitv)

    Aus einer Schwäche eine Stärke machen - ein besseren Zeitpunkt gibt es jetzt doch nicht...

  • Was müssen Diesel Fahrer nun wissen, und nur die die? Also was? Was für ein messbarer Schaden ist überhaupt entstanden?

  • Dieselgate und kein Ende
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    Jetzt wird es eng für VW.
    Bis Ende des Monats muss VW Daten vorlegen, wie das Problem gelöst wird.
    Bis Ende 2016 soll die Mogelsoftware gelöscht sein. Diese hat die Abgasreinigung abgeschaltet. Diese Software ist gesetzeswidrig.

    Die betroffenen Diesel müssten eigentlich stillgelegt werden denn sie erfüllen nicht die Abgasnorm EURO 5.

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