Riesiger Absatzmarkt lockt
Autobauer bringen sich im Iran in Stellung

Die großen Autokonzerne bringen sich nach dem Ende des Amtomstreits mit dem Iran bereits in Stellung. Sie wollen vorn dabei sein, wenn die Sanktionen fallen. Experten raten deutschen Konzernen, keine Zeit zu verlieren.
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Berlin/Paris/HamburgNach der Einigung im Atomstreit mit Iran beginnt unter westlichen Autobauern das Gerangel um die besten Plätze auf dem wachsenden Markt. Vor allem französische Hersteller wie Peugeot und Renault wollen vorne dabei sein, wenn die Sanktionen des Westens gegen das aufstrebende Land am Persischen Golf aufgehoben werden.

Auch die deutsche Konkurrenz steht in den Startlöchern: Volkswagen, Daimler & Co wollen das Feld nicht kampflos überlassen, wenn die Pkw-Nachfrage in Iran Tritt fasst. Mit fast 80 Millionen Einwohnern lockt ein Absatzmarkt, der an der Bevölkerung gemessen fast so groß ist wie Deutschland. Von Goldgräberstimmung ist in den Vorstandsetagen von Paris bis Wolfsburg trotzdem keine Spur. Alle warten gespannt darauf, wie sich die US-Konkurrenz um die Opel-Mutter GM verhält. Denn noch ist nicht absehbar, ob das Abkommen mit Iran auch vom US-Kongress abgesegnet wird.

Peugeot führt bereits Gespräche, um das Geschäft mit dem langjährigen iranischen Partner Khodro aufleben zu lassen. Europas Nummer zwei nach VW strebt die komplette Produktion von Autos im Iran an. Vor dem Rückzug wurden lediglich Teile dorthin geliefert und von Lizenznehmern wie Khodro zusammengebaut. Laut Medienberichten beriet sich Peugeot-Markenchef Maxime Picat zuletzt wöchentlich mit seinen Teheraner Kontakten. Der etwas kleinere Rivale Renault sucht noch einen Finanzpartner, um den Verkauf der Billigautos seiner Tochter Dacia in Iran auszubauen.

Auch bei VW laufen die Drähte hinter den Kulissen heiß. Ein Insider sagte, es gebe erste Überlegungen in Wolfsburg über die Einführung von Modellen der Töchter Skoda und Seat in Iran. Offiziell heißt es bei dem europäischen Marktführer: „Es gibt aktuell keine Wiederaufnahme von geschäftlichen Aktivitäten des Volkswagen-Konzerns im Iran.“

Daimler begrüßte die Einigung im Atomstreit mit Iran, will auf dem sensiblen Terrain aber nicht vorpreschen. „Grundsätzlich wird Iran ein interessanter Markt, allerdings hängt unser weiteres Vorgehen von dem Zeitplan der Aufhebung aller Sanktionen ab“, heißt es bei dem Stuttgarter Autobauer. Der Konzern hatte seine Tätigkeit in Iran 2010 eingestellt und sein Büro in Teheran ein Jahr später geschlossen.

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