Riesiger Markt
EADS investiert Milliarden in Indien

Der deutsch-französische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS baut sein Engagement in Asien und Osteuropa kräftig aus. Neben China will der Konzern nun auch Indien als strategischen Schlüsselmarkt erschließen. Er will der Atommacht Kampfflugzeuge und Kriegshelikopter verkaufen. Daran würde auch Russland verdienen, hat sich der Kreml doch gerade bei EADS eingekauft.

fas/mbr/rob MÜNCHEN/BERLIN. Bis zum Jahr 2015 will EADS zwei Milliarden Euro auf dem Subkontinent investieren, sagte Konzernchef Tom Enders am Dienstag in Neu Delhi. In Indien plant EADS den Aufbau eines Entwicklungszentrums, das die dortige Industrie stärker an die Flugzeugtochter Airbus binden soll. Im Gegenzug erhoffen sich die Europäer Aufträge indischer Fluggesellschaften. Die Inder waren im vergangenen Jahr mit 230 Airbus-Bestellungen Top-Kunde in Toulouse. Airbus hat nach eigenen Angaben einen Marktanteil von 73 Prozent in Indien. „Indien ist dabei, ein wesentlicher Akteur der Luftfahrtindustrie zu werden“, begründet EADS-Chef Enders das Engagement.

EADS ist bereits gut im Geschäft: Seit einem Jahr kooperiert die indische Raumfahrtagentur mit der EADS-Satellitentochter Astrium. Der indische Helikopterhersteller HAL arbeitet mit Eurocopter zusammen, der EADS-Lenkwaffenspezialist MBDA liefert Raketen an die Streitkräfte. Die Atommacht gilt auch als potenzieller Kunde für den Eurofighter, für den EADS gemeinsam mit BAE Systems nach Exportländern sucht. Bislang kaufen die Inder ihre Rüstungsgüter vor allem in Russland.

Dort sitzt neuerdings auch ein wichtiger Anteilseigner von EADS. Finanzkreise bestätigten dem Handelsblatt, dass die zweitgrößte russische Staatsbank Vneshtorgbank (VTB), massiv EADS-Aktien gekauft hat. Laut einem Bericht der Moskauer Wirtschaftszeitung „Wedomosti“ hat die VTB seit Sommer EADS-Aktien an europäischen Börsenplätzen aufgekauft und so ein Paket von 4,8 Prozent der Anteilsscheine für 1,2 Mrd. Dollar erworben. Damit liegen die Russen noch unter der meldepflichtigen Schwelle von 5 Prozent. Das Blatt beruft sich auf Regierungs- und Bankquellen. Dabei heißt es, VTB betreibe den Deal „allein aus Finanzgründen“, also um von Kurssteigerungen der EADS-Aktien zu profitieren. Ein Sprecher von VTB sagte dem Handelsblatt: „Wir bestätigen weder noch dementieren wir, es gibt von unserer Bank dazu zunächst keinen Kommentar.“ Auch EADS wollte den Vorgang nicht kommentieren.

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