Nach monatelangem Widerstand schließt der australische Bergbaukonzern Rio Tinto eine Übernahme des Konkurrenten BHP Billiton nun grundsätzlich nicht mehr aus. Erforderlich sei aber, dass Weltmarktführer BHP sein Angebot von derzeit umgerechnet rund 90 Mrd. Euro aufstocke.
HB MELBOURNE. "Es geht um den Wert. Ist der Wert nicht da, ist er nicht da. Ist er da, ist er da", sagte Rio-Tinto-Chef Tom Albanese dem Sender Sky Television.
Bis zum Montag gab es allerdings keine Anzeichen dafür, dass BHP
mehr Geld auf den Tisch legen würde. Die Aktien beider Konzerne notierten deshalb im Minus. Rio-Tinto-Papiere gaben rund vier Prozent, die von BHP
rund fünf Prozent nach. Eine Fusion beider Konzene wäre nach dem Vodafone-Mannesmann-Deal die bislang zweitgrößte Übernahme. Albanese betonte, sollte das Zusammengehen scheitern, werde Rio weiter auf eigenen Füßen stehen und noch stärker werden.
Gerüchte über eine verbesserte Übernahmeofferte hatten am Freitag den Aktienkurs von Rio beflügelt. BHP
muss bis zum 6. Februar ein formelles Gebot für Rio Tinto
vorlegen oder seine Fusionspläne für zumindest sechs Monate fallenlassen.

