Rio Tinto und BHP
Kartellamt kritisiert Hochzeit der Rohstoffriesen

Die australischen Bergbaukonzerne Rio Tinto und BHP Billiton wollen durch ein Joint Venture ihre Zusammenarbeit im Eisenerz-Geschäft ausbauen und ziehen sich damit den Unmut der deutschen Wettbewerbshüter zu. Nach jetzigem Stand würden die Pläne abgelehnt, lässt die Behörde verkünden. Auch die EU meldet Bedenken an.
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HB DÜSSELDORF/BERLIN. Das geplante Eisenerz-Joint-Venture der australischen Bergbaukonzerne Rio Tinto und BHP Billiton stößt bei den deutschen Wettbewerbshütern auf Widerstand. Die Unternehmen seien davon unterrichtet worden, dass nach derzeitigem Stand die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens untersagt werde, teilte das Bundeskartellamt am Donnerstag mit. Auch die Wettbewerbshüter der Europäischen Union werden EU-Kreisen zufolge in Kürze Bedenken gegen die Pläne anmelden. Rio Tinto und BHP äußerten sich enttäuscht über die Haltung des Bundeskartellamts. Für eine Entscheidung über weitere Schritte sei es aber noch zu früh, erklärten beide Unternehmen.

Die förmliche Abmahnung will das Bundeskartellamt in der kommenden Woche zustellen. Danach können die beiden Konzerne dazu Stellung nehmen. Auch die EU-Kommission prüft, ob das von Stahlherstellern kritisierte Vorhaben den Wettbewerb beeinträchtigt. Eine Frist gibt es hierfür nicht. Rio Tinto und BHP erklärten, beide Unternehmen seien der Ansicht, dass die Pläne dem Wettbewerb zu gute kämen und zu einer besseren Eisenerz-Versorgung der Wirtschaft führten. Rio Tinto ist der zweitgrößte Eisenerzproduzent der Welt hinter dem brasilianischen Rivalen Vale, BHP die Nummer drei.

Die beiden Bergbauriesen hatten ihre Pläne für das Gemeinschaftsunternehmen im vergangenen Jahr vorgestellt. Sie wollen ihre Eisenerzproduktion im Westen Australiens in einem Joint Venture bündeln, das ein Volumen von 116 Mrd. Dollar hätte. Das Bundeskartellamt hatte zur Untersuchung der Folgen für die Märkte mehrfach die Fristen verlängert und auch die Stahlkonzerne ThyssenKrupp, Salzgitter und ArcelorMittal hinzugezogen. Die Behörde untersuchte unter anderem die Preisentwicklung bei dem für die Stahlproduktion zentralen Rohstoff. Auch die Wettbewerbshüter in Australien und Japan prüfen die Pläne.

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