Rio Tinto will Übernahme abwehren
Erz-Rivalen im Kaufrausch

Der Kampf um weltweite Vorherrschaft im Rohstoffsektor geht in die nächste Runde. Einen Tag nach dem Vorstoß des russischen Oligarchen Oleg Deripaska zur Bildung des weltgrößten Metallkonzerns stellte der britisch-australische Rohstoffkonzern Rio Tinto am Montag einen milliardenschweren Abwehrplan vor.

and/dih/urw LONDON/PEKING/CANBERRA. Rio Tinto will damit den Kauf durch den Konkurrenten BHP Billiton abwehren. Zugleich gibt es Spekulationen, dass China in das Übernahmeduell mit einem 200-Mrd.-Dollar-Angebot für Rio Tinto einsteigen könnte. Rio-Tinto-Chef Tom Albanese sagte zwar am Montag in London: Die seit Jahren laufende Konsolidierung "wird auch in den nächsten 30 Jahren nicht stillstehen“. Allerdings wachsen die Bedenken der Kunden gegen die zunehmende Konzentration der Marktmacht auf wenige Anbieter.

BHP Billiton, der Weltmarktführer unter den Bergbaukonzernen, hatte am 8. November Rio Tinto ein Fusionsangebot unterbreitet. Es sieht den Tausch von drei BHP-Aktien gegen eine Rio-Tinto-Aktie vor und hatte ursprünglich einen Wert von rund 100 Mrd. Euro. Doch inzwischen haben sich die Aktienkurse so stark auseinanderentwickelt, dass die Offerte nun um 13 Prozent unter dem Kurs von Rio Tinto liegt. Analysten rechnen deshalb damit, dass BHP das Angebot deutlich aufstocken und um einen Baranteil ergänzen muss.

Albanese argumentierte gegen eine Übernahme durch BHP, ohne sie allerdings grundsätzlich abzulehnen. Rio Tinto verfüge über die besseren Ressourcen und würde bei einer Fusion den größten Teil der Synergien beisteuern. Deshalb sei der gebotene Preis indiskutabel. Zahlreiche andere Unternehmen haben Interesse gezeigt, sich in den Übernahmekampf einzuschalten. "Unser Telefon klingelt ständig“, sagte Albanese. "Wir hören zu, aber wir haben keine Gespräche begonnen.“ Zu Berichten über ein Gegenangebot aus China wollte er sich nicht äußern. China sei ein guter Kunde, den er erst vor zwei Wochen besucht habe.

Ein Banker der chinesischen Entwicklungsbank (CDB), die einen Teil der enormen Währungsreserven des Landes verwaltet, hatte dem Handelsblatt vor kurzem bestätigt, dass das Institut im Auftrag von chinesischen Staatskonzernen über einen Einstieg bei Rio Tinto verhandele. China könnte eine Beteiligung helfen, der rasant wachsenden heimischen Industrie den Zugang zu Rohstoffen zu sichern.

Am Montag berichtete die Wochenzeitung "China Business“ sogar, dass der staatliche Investmentfonds China Investment Corporation (CIC) Rio Tinto ganz übernehmen wolle. Peking sei bereit, 200 Mrd. Dollar (135 Mrd. Euro) zu zahlen. Chinas Stahlriesen wie Baosteel oder Angang wollten sich an der Offerte beteiligen. Baosteel und der chinesische Stahlverband bestätigten den Bericht nicht. China hat CIC im September gestartet, um einen Teil der 1,4 Billionen Dollar Devisenreserven ertragreich und strategisch anzulegen.

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