Risikokapitalgeber machen Emissionsberatern die Kunden abspenstig
Europas Biotech-Szene arrangiert sich mit privaten Geldern

Trotz des geglückten Börsenstarts der Schweizer Basilea AG ist in Europa keine Neuemissionsflut aus der Biotechbranche zu erwarten. Viele potenzielle Börsenkandidaten wie Igeneon oder Liponova erschlossen in den vergangenen Monaten andere Geldquellen und konzentrieren sich vorerst lieber auf ihre Forschung, anstatt auf den richtigen Moment für den für den Börsengang zu lauern

FRANKFURT/M. Viele Unternehmen plagen Zweifel, ob sich überhaupt genügend Abnehmer für ihre Aktien fänden. „Spürbar angezogen hat vor allem das Interesse der Banken, Unternehmen an die Börse zu bringen“, sagt Olaf Wilhelm, Vorstandschef des Münchener Biotechunternehmens Wilex. Ein Börsengang sei für ihn derzeit kein Thema.

Dennoch hat Wilex wie viele Mitstreiter seine Lehre aus dem Boomjahr 2000 gezogen, in dem die Börse der Branche das Geld geradezu hinterherwarf. Sollte sich das Klima für Neuemissionen unerwartet verbessern, kann Wilhelm die Pläne für einen Börsengang nach eigenen Angaben aus der Schublade ziehen. Werner Lanthaler ist noch forscher. Der Chef der Wiener Intercell AG hält einen Börsengang noch in diesem Jahr für „sehr realistisch“.

Die Mehrzahl der Biotechfirmen hat sich jedoch ganz gut mit privaten Geldgebern arrangiert. Die Frankfurter Biotechfirma Humatrix etwa will vorerst keine Publikumsgesellschaft werden. Als sich die Finanzierungsaussichten für die Branche vor zweieinhalb Jahren dramatisch eintrübten, legte das Management alle ambitionierteren Forschungsprojekte auf Eis.

Heute verkauft Humatrix Vaterschaftstest an Apotheken und Gen-Analyse-Sets an Kriminalämter. Damit lasse sich ein solider sechsstelliger Betrag verdienen, sagt Vorstandssprecher Michael Ruiss. Für die nächsten zwei bis drei Jahre sei der Kapitalbedarf gedeckt, lautet daher seine Absage an die Emissionsberater.

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