Rivalen im Fastfoodmarkt
Wer dem Burger-Brater auf den Fersen ist

Seit McDonald’s nicht mehr nur auf Dickmacher á la Hamburger, Pommes und Big Mac, sondern auch auf kalorienärmere Kost setzt, läuft das Geschäft bestens. Darauf ausruhen kann sich der Konzern allerdings nicht.
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DüsseldorfKeine Aktie im Dow Jones hat sich 2011 besser entwickelt wie die von McDonald’s. Die Kette profitierte zum einen vom zwischenzeitlichen Börsenrückzug des Konkurrenten Burger King. Zum anderen hat der Konzern aber auch beim Produktangebot sehr viel richtig gemacht.

Denn McDonald’s setzte nicht mehr nur auf Dickmacher á la Hamburger, Pommes und Big Mac, sondern auch auf kalorienärmere Kost. Also weniger Fett, aber dafür mehr Kaffee. Die weitere Ausrüstung der Filialen mit den Bars von „McCafé“ hat sich überaus gelohnt. Das Geschäft mit Koffein, Keksen und Magenstärkern läuft bestens.

Und so hat es McDonald’s geschafft, aus den bisherigen Kunden mehr herauszuholen. Das zugegeben leicht abgegriffene Wortspiel von dem gesättigten Markt trifft auf die Fastfoodkette wahrlich zu. Neue Kunden gibt es in Schwellenländern, aber in Amerika und Europa war nicht mehr viel zu holen.

Also machte sich McDonald’s daran, aus jedem Kunden mehr herauszuholen. Das geht auf zwei Wege: Entweder er kommt öfter in die Filialen oder er bleibt länger und konsumiert mehr. Der Konzern hatte mit Frühstücksangeboten und dem Kaffee nach dem Burger großen Erfolg.

Die beiden wesentlichen Konkurrenten gehen einen anderen Weg. Der Name Yum-Brands ist vor allem in Deutschland kaum bekannt. Hinter dem börsennotierten Konzern stecken große Ketten wie Pizza Hut, Taco Bell oder Kentucky Fried Chicken.

Yum-Brands setzt weiter auf klassisches Fastfood und vor allem auf den chinesischen Markt. Konstante Einnahmen in etablierten Märkten, wachsen in Fernost – so das Motto. Yum-Brands eröffnet in China im Schnitt pro Tag zwei neue Filialen und hat McDonald’s mit 4.500 Filialen in China weit hinter sich gelassen (1.400). Auch weltweit hat der Wettbewerber McDonald’s mit 37.000 Häusern überholt – der große Rivale kommt auf 32.000.

An der Börse kommt diese aggressive Expansionsstrategie gut an. Die Aktie von Yum-Brands hat sich ähnlich stark entwickelt die von McDonald’s: In den vergangenen Monaten gab es ein Plus von rund 100 Prozent.

Die Strategie von Burger King ist ein Mittelding zwischen denen der beiden Konkurrenten. Zum einen will die Kette rasant in China wachsen – bisher hat sie hier nur 64 Filialen. 1.000 neue Filialen will Burger King hier in den kommenden fünf Jahren hochziehen. Und in den etablierten Märkten wie den USA setzt Burger King wie McDonald’s auf gesündere Speisen und Kaffee.

Das klingt ein wenig wie die Rezepte der anderen nachkochen. Und in der Tat sind Fachleute bei Burger King skeptisch. Derzeit hinkt die Kette den beiden großen Konkurrenten deutlich hinterher. Und auch die Rückkehr an die Börse vor gut einem Monat war kein Spektakel. Immerhin hat die Aktie seit dem Start rund acht Prozent gewonnen.

Thorsten Giersch
Thorsten Giersch
Chefredakteur Business bei der Verlagsgruppe Handelsblatt / Geschäftsführer digital bei planet c

Kommentare zu " Rivalen im Fastfoodmarkt: Wer dem Burger-Brater auf den Fersen ist"

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  • Hat sich besser entwickelt WIE die von McDonald´s. Warum nicht gleich als wie...? ;) Leute, ich dachte, das sei das Handelsblatt!

  • I am Canadian and went to a McDonald's right next to the Arc de Triomphe. It was a disgusting sight in the world's capital of good cooking. Somebody told me that McDonalds adjust their taste to that of other countries. Wrong. It was even worse than anything I've ever tasted in Canada or the US. Why on earth anybody in France would even think about visiting a place like this is beyond my comprehension.

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