Roboterbauer
Kuka-Chefs schmeißen hin

Nun ist es amtlich: Die Führungsspitze des Augsburger Roboter- und Anlagenbauers Kuka wird neu besetzt. Nach einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung am Donnerstag teilte das Unternehmen mit, dass Vorstandschef Horst Kayser und Finanzchef Matthias Rapp ihre Stühle Ende des Monats räumen.

HB AUGSBURG. Aufsichtsratschef Rolf Bartke sowie drei andere Aufsichtsratsmitglieder legen ihre Mandate zum 18. September nieder. Damit hat sich der Kuka-Großaktionär Grenzebach auf voller Linie mit seinen Personalforderungen durchgesetzt. Der Antrag auf eine außerordentliche Hautversammlung zur Lösung der Personalfragen wurde zurückgenommen.

Die Grenzebach Maschinenbau GmbH begrüßte den Rücktritt von Bartke und die „einvernehmliche Aufhebung der Bestellung und der Dienstverträge“ von Kayser und Rapp. „Mit ihrem Rückzug machen die Aufsichtsratsmitglieder und Vorstände den Weg für einen personellen Neuanfang frei“, sagte Grenzebach-Geschäftsführer Bernd Minning nach einer Mitteilung seines Unternehmens. Ziel sei es, Kuka wieder in ruhiges Fahrwasser zu bringen.

Nachfolger von Bartke soll den Angaben zufolge der Grenzebach- Vertraute Till Reuter werden. Als neue Mitglieder im Kuka- Aufsichtsrat sollen Prof. Dirk Abel von der Technischen Hochschule Aachen, Uwe Loos, ehemaliger Produktionsvorstand bei Porsche, und Uwe Ganzer, Alleinvorstand der Varta AG, zur gerichtlichen Bestellung vorgeschlagen werden. Dazu sagte Reuter, Grenzebach habe bereits vor einigen Wochen eine strukturierte Suche eingeleitet und sei zuversichtlich, die Vorstandspositionen mit den hervorragenden Kandidaten zu besetzten.

Kuka und Grenzebach mühten sich seit Mitte August, einen Ausweg aus der verfahrenen Situation zu finden. Grenzebach hatte Kayser und Rapp vorgeworfen, neue Geschäftsfelder abseits der schwächelnden Autoindustrie zu langsam zu erschließen und ihre Abberufung gefordert. An Bartke hatte Grenzebach kritisiert, dieser habe dabei untätig zugesehen. Die Kuka-Manager hatten einen Rücktritt zunächst entschieden zurückgewiesen. Grenzebach wollte daraufhin das Personalproblem durch eine außerordentliche Hauptversammlung in seinem Sinn regeln.

Die Kuka Aktiengesellschaft ist weltweit einer der führenden Anbieter von Automationslösungen für die Automobilindustrie. Sie ist auf fünf Kontinenten mit rund 5700 Mitarbeitern in 70 Tochtergesellschaften aktiv. Grenzebach hält knapp 30 Prozent an Kuka, zweiter Großaktionär ist der US-Investor Guy Wyser-Pratte mit zehn Prozent. Kuka macht rund zwei Drittel seines Geschäfts mit der schwächelnden Autoindustrie und hatte unter deren Krise gelitten. Zuletzt schrieb das Unternehmen rote Zahlen. So war im zweiten Quartal ein Verlust von 34 Mio. Euro angefallen.

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