Roche trotzt starkem Franken Schweizer Pharmakonzern legt kräftig zu

Durch die Franken-Aufwertung werden aus der Schweiz exportierte Produkte für das Ausland teurer. Dennoch legt der Schweizer Pharmakonzern Roche im ersten Quartal deutlich zu und steigert seinen Umsatz um drei Prozent.
Update: 22.04.2015 - 11:29 Uhr Kommentieren
Roche lag mit seinem Umsatz im ersten Quartal über den Erwartungen der Analysten. Quelle: dpa
Der Schweizer Pharmakonzern Roche

Roche lag mit seinem Umsatz im ersten Quartal über den Erwartungen der Analysten.

(Foto: dpa)

BaselDer Schweizer Pharmariese Roche sieht sich nach dem ersten Quartal auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Neben der Nachfrage nach Brustkrebsmedikamenten trieben die stark anziehenden Verkäufe des Lungenmedikaments Esbriet den Umsatz im Auftaktquartal nach oben. Der Verkaufserlös stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um drei Prozent auf 11,8 Milliarden Franken (11,5 Milliarden Euro).

„Insgesamt sind wir auf gutem Weg, unsere Ziele für das Gesamtjahr 2015 zu erreichen“, erklärte Konzern-Chef Severin Schwan am Mittwoch. Roche peilt währungsbereinigt ein Umsatzplus um einen niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbetrag an. Nach drei Monaten standen währungsbereinigt fünf Prozent Umsatzwachstum zu Buche. Der bereinigte Gewinn je Titel soll 2015 stärker als der Umsatz zulegen. Seinen Aktionären stellt der Basler Konzern eine weitere Dividendenerhöhung in Aussicht.

Die größten Deals in der Pharma-Branche
Platz 9 – Roche für Genentech – 47 Milliarden Dollar (2008)
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Das Schweizer Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche sicherte sich 2008 für 46,7 Milliarden Dollar die amerikanische Biotech-Firma Genentech. Die Übernahme gilt als Glückgriff, da Roche als weltweit führender Produzent von Krebsmedikamenten von der Genforschung Genentechs profitiert. Roches bekanntes Vogelgrippe-Medikament Tamiflu (hier im Bild) hingegen stand mehrfach in der Kritik. Der Schweizer Konzern soll Studien zur Wirksamkeit des Medikaments manipuliert haben.

Platz 8 – Pfizer für Pharmacia – 61 Milliarden Dollar (2002)
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Pfizer zum Ersten: 60,7 Milliarden Dollar in Aktien ließ sich der US-Pharmakonzern im Jahr 2002 die Übernahme des schwedischen Unternehmens Pharmacia kosten. Da nach der Fusion das Haarwuchsmittel Rogaine und die Potenzpille Viagra von einem Unternehmen hergestellt wurden, scherzte der damalige Pfizer-Chef Hank McKinnell (l.): „Rogaine und Viagra zusammen, was kann sich ein Mann mehr wünschen“.

Platz 7 – Pfizer für Wyeth – 65 Milliarden Euro (2009)
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Pfizer zum Zweiten: Rund 64,5 Milliarden Dollar bezahlten die New Yorker für Wyeth, das zum Zeitpunkt des Kaufs ebenfalls zu den zehn größten Pharmaunternehmen der Welt zählte. Mit der Übernahme baute Pfizer sein Portfolio aus, vor allem in Richtung Impfstoffe und Biotechnologie.

Platz 6 – Sanofi für Aventis – 65,6 Milliarden Dollar (2004)
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Nur auf dem Papier eine Fusion unter Gleichen: Für gut 65,6 Milliarden Dollar übernimmt der französische Pharmakonzern Sanofi-Synthélabo das deutsch-französische Unternehmen Aventis. Es entsteht Sanofi-Aventis, der größte Medizinhersteller Europas. Die Fusion gilt als kurios, da Sanofi-Synthélabo vor der Übernahme deutlich kleiner als Aventis war. Später legte der Konzern mit Sitz in Paris den Beinamen Aventis wieder ab. Sanofi ist heute Weltmarktführer für Impfstoffe.

Platz 5 – Actavis für Allergan – 66 Milliarden Dollar (2014)
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Lange hatte sich der Botox-Hersteller Allergan gegen eine Übernahme durch den kanadischen Wettbewerber Valeant gewehrt. Dann schlug die Stunde von Actavis: Der amerikanische Branchenriese und Allergan einigten sich auf den Deal. Allergan wehrte dadurch die feindliche Übernahme durch Valeant ab. Für Actavis war der Zukauf ein Kraftakt, der Konzern war selbst kaum größer als sein Übernahmeziel.

Platz 4 – Abbott Laboratories spaltet sich auf – 67 Milliarden Dollar (2011)
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Das amerikanische Pharmaunternehmen Abbott Laboratories spaltete rund 66,6 Milliarden Dollar seines Kapitals in Aktien ab und lagert es zunächst in eine Tochtergesellschaft aus. Die Medizintechnik und Generikaproduktion wurde unter dem Namen „Abbott“ weitergeführt, die Sparten Spezialmedikamente und Biotechnologie hingegen unter dem neuen Namen „AbbVie“ ausgegliedert. Auch Abbotts Flaggschiff, das Arthritis-Medikament Humira, ging auf die neue Gesellschaft über. Im Januar 2013 wurde AbbVie schließlich komplett in die Unabhängigkeit entlassen und wird seitdem an der Wall Street unter dem Kürzel „ABBV“ gelistet.

Platz 3 – American Home Products für Warner-Lambert I – 76 Milliarden Dollar (1999)
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Rund 75,5 Milliarden Dollar betrug das Volumen bei der freundlichen Übernahme des amerikanischen Hygienekonzerns Warner-Lambert durch American Home Products (AHP). Dem Hygienekonzern gehörten seinerzeit unter anderem die Marken Wilkinson Sword und Listerine. Doch AHP überhob sich: Als der Deal schon als perfekt galt, betrat US-Branchenriese Pfizer die Bühne. Er unterbreitete den Aktionären von Warner-Lambert seinerseits ein feindliches Übernahmeangebot – und erhielt den Zuschlag. Eine Strafzahlung von 1,8 Milliarden Dollar von Pfizer versüßte AHP die Niederlage aber zumindest etwas.

Die Verkaufserlöse mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zogen unter Ausschluss von Wechselkurseinflüssen um vier Prozent auf 9,3 Milliarden Franken an. Vor allem die jüngst auf den Markt gebrachten Brustkrebsmedikamente legten kräftig zu: Der Umsatz mit Perjeta und Kadcyla stieg jeweils um gut 80 Prozent, wobei die absoluten Beiträge mit 322 Millionen Franken beziehungsweise 179 Millionen Franken noch vergleichsweise gering sind.
Doch auch die Blockbuster MabThera, Avastin und Herceptin mit jeweils mehr als eine Milliarden Franken Umsatz legten zum Teil zweistellig zu. Das Lungenmedikament Esbriet, das im November in den USA auf den Markt kam, trug 88 Millionen Franken zum Konzernumsatz bei. Die Arznei zur Behandlung von Lungenfibrose stammt von der im August für 8,3 Milliarden Dollar übernommenen Firma InterMune. Analysten trauen dem Medikament Milliardenumsätze zu. Die wesentlich kleinere Diagnostik-Sparte wuchs um sechs Prozent.

Roche setzte auf Krebs-Immuntherapie
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