Roche und Glaxo-Smithkline profitieren
Grippefurcht heizt Arzneinachfrage an

Die Furcht vor einer weltweiten Grippe-Epidemie heizt die Nachfrage nach Medikamenten gegen Virusinfektionen an. Auslöser sind vor allem Warnungen von Gesundheitsexperten, wonach für den Menschen gefährliche mutierte Varianten des Vogelgrippe-Erregers eine Epidemie auslösen könnten. Neben staatlichen Einrichtungen sorgen daher auch Unternehmen und Verbraucher zunehmend für den Notfall vor.

FRANKFURT/NEW YORK. Der US-Technologiekonzern Corning etwa prüft, für seine Mitarbeiter Grippemittel auf Vorrat zu bestellen. Das Interesse konzentriert sich dabei auf so genannte Neuramidasehemmer, eine neuartige Wirkstoffgruppe gegen Virusinfektionen. Dazu gehört in erster Linie das Medikament Tamiflu des Baseler Konzerns Roche, ferner der Wirkstoff Relenza von Glaxo-Smithkline.

In den USA ist inzwischen ein reger Handel im Internet mit diesen Produkten entstanden. Online-Apotheken wie Drugdelivery.ca rufen ganz offen zu Hamsterkäufen auf, „bevor es zu spät ist“.

Auch in Deutschland sind nach Daten der Marktforscher von IMS Health in den Sommermonaten die Verkaufszahlen für die Wirkstoffe ungewöhnlich stark gestiegen. Im August seien fast 80 000 Packungen verkauft worden, ein Jahr zuvor waren es nur 900.

Vor allem Roche dürfte stark von der Entwicklung profitieren. Tamiflu gilt bislang als das einzige Medikament, das im Test eine Wirksamkeit gegen das Vogelgrippe-Virus H5N1 unter Beweis gestellt hat. Experten der WHO gehen daher davon aus, dass der Wirkstoff auch vorbeugend eingesetzt werden kann, sollte ein mutiertes Vogelgrippe-Virus – wie von vielen Experten befürchtet – eine Grippewelle bei Menschen auslösen. Ihren Mitgliedsländern empfiehlt die WHO bereits seit längerem, Medikamenten-Vorräte für mindestens ein Fünftel der Bevölkerung anzulegen.

Rund 30 Länder haben darauf inzwischen reagiert und größere Mengen an Tamiflu bei Roche geordert, darunter auch die Bundesrepublik, die im August sechs Millionen Einheiten bestellte. Präsident George W. Bush empfing kürzlich Vertreter der Pharmaindustrie im Weißen Haus und forderte sie auf, die Entwicklung und Produktion von Medikamenten und Impfstoffen zu verstärken.

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