Röchling steigt bei Rheinmetall aus
Sensible Rüstungsgüter könnten ins Ausland abwandern

Einer der führenden deutschen Rüstungskonzerne steht mit dem Ausstieg des Großaktionärs Röchling bei Rheinmetall zum Verkauf. Damit könnte ein neuer Eigentümer einen wesentlichen Einfluss auf die Herstellung sensibler Rüstungsgüter wie Panzern, Panzerhaubitzen, Flugabwehrsystemen, Waffen und Munition gewinnen.

HB DÜSSELDORF/MANNHEIM. Die Unternehmerfamilie Röchling zieht sich aus dem Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall vollständig zurück. In den kommenden drei Tagen soll das Aktienpaket von 42,1 % bei institutionellen Anlegern veräußert werden, teilte die Gesellschaft am Mittwoch in Mannheim mit. Die Transaktion könnte zu einem Politikum werden, wenn ein ausländischer Großinvestor einsteigt.

Damit könnte der neue Eigentümer einen wesentlichen Einfluss auf die Herstellung sensibler Rüstungsgüter wie den gepanzerten Fahrzeugen Puma und Fuchs, Panzerhaubitzen, Flugabwehrsystemen, Waffen und Munition gewinnen. Rheinmetall ist darüber hinaus gemeinsam mit Krauss-Maffei an der Herstellung des Panzers Leopard beteiligt.

Nach weiteren Angaben von Rheinmetall soll mit der angestrebten Platzierung aber ausgeschlossen sein, dass ein dominanter Investor in dem Konzern künftig das Sagen hat. Die Aktien würden breit gestreut werden, erläuterte ein Konzernsprecher. Der Vorstand begrüßte indes die Pläne der Röchling Industrieverwaltung GmbH, den Aktienbesitz an der Börse zu platzieren. Röchling ist seit Mitte der 50er Jahre an Rheinmetall beteiligt. Über den Ausstieg war in den vergangenen Wochen mehrfach spekuliert worden.

Die Bundesregierung kommentierte den geplanten Eigentümerwechsel nicht. Erst nach einer Entscheidung des Unternehmens werde sich zeigen, ob nach dem neuen Außenwirtschaftsgesetz ein mögliches Vetorecht der Bundesregierung ausgeübt wird, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Berlin auf Anfrage.

Der Minister kann bei einem Verkauf von mehr als 25 % einer deutschen Rüstungsfirma an ausländische Investoren die Transaktion stoppen, wenn sie gegen die sicherheitspolitischen Interessen des Landes verstößt. Dies sieht das novellierte Außenwirtschaftsgesetz seit diesem August vor. Damit soll auch der Abfluss von technologischem Know-how ins Ausland verhindert werden. Rheinmetall verfügt nach Ansicht von Experten vor allem beim Panzerbau über einen technologischen Vorsprung.

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