Rohöl-Suche: Griechenland will Öl-Förderung ausbauen

Rohöl-Suche
Griechenland will Öl-Förderung ausbauen

Bei den Öl-Firmen in Griechenland ist von der Krise wenig zu merken: Um von den hohen Marktpreisen zu profitieren, will das griechische Unternehmen Energean nach neuen Quellen im Land suchen. Das Potenzial ist groß.
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AthenMathios Rigas ist ganz oben angekommen. Seine Firma Energean Oil & Gas hat ihren Sitz im Atrina Center, einem von Sonne und Seewind gezeichneten Glasturm im Athener Stadtteil Marousi. In der Gegend haben große Konzerne wie der frühere Telefonmonopolist OTE ihre Zentralen. Auf sie schaut Rigas herab, wenn er aus dem Fenster im obersten Stockwerk des Hochhauses schaut. „Kein Platz in Athen ist höher als dieser hier“, sagt der Vorstandschef.

Im hochverschuldeten Griechenland ist die Wirtschaft zum Erliegen gekommen. Banken geben keine Kredite, Investitionen werden auf einen fernen Tag verschoben, an dem es Griechenland besser geht.

Rigas will dies nicht akzeptieren. Er will investieren. Der Erdölförderer Energean gehört in Griechenland zu den Aktivposten der Wirtschaft. Einer, der im europäischen Energiegefüge eine wichtige Rolle spielen will.

„Griechenland ist reich an Bodenschätzen“, sagt Rigas. Erschlossen sind die Vorkommen aber kaum. Zwar wurde früher Erdöl in dem Land gefördert, die Produktion war in den vergangenen Jahren aber weitgehend zum Erliegen gekommen. Dies änderte sich erst mit der Gründung von Energean im Jahr 2007, wie der Manager ausführt.

Die Gesellschaft übernahm die siechende Firma Kavala Oil und investierte frisches Kapital, um die Fördergebiete im Golf von Kavala nahe der Grenze zur Türkei aufzurüsten. „In den vergangenen fünf Jahren haben wir 200 Millionen Dollar dafür aufgewendet“, sagt Rigas dem Handelsblatt.

Aber nicht nur hier ging der frühere Investment-Banker in die Offensive, seine Firma expandierte über die Grenzen hinweg. Energean betreibt inzwischen Förderanlagen in Ägypten, geplant ist der Einstieg in weiteren Ländern Nordafrikas.

Schwerpunkt bleibt der Heimatmarkt. Anders als die Nachbarländer Türkei oder Albanien ließ Griechenland seine Vorkommen brachliegen, auch weil der früher niedrige Ölpreis die Produktion unrentabel gemacht hatte. Jetzt, mit einem dauerhaft höheren Niveau bieten die Gewässer rund um das Land große Chancen. „Griechenland ist im Mittelmeer das Land, das seine Vorkommen am wenigsten erschlossen hat“, sagt Rigas.

Kommentare zu " Rohöl-Suche: Griechenland will Öl-Förderung ausbauen"

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  • Endlich ein paar Leute die klarsehen!!!

  • Onassis hat mit dem Transport von Öl, den Arabern die Ölfreiheit gebracht. Bis Onassis öffentlich von Nickson wenn ich mich nicht täusche bedroht wurde. Kurz danach starb Onassis Sohn angeblich bei einem Flugzeugunglück.

    Es geht um Öl. Auch beim Rücktritt Papandreous.

  • sag ich doch, das ganze Theater ist nur ein Komplott zur Enteignung der griechischen Erölreserven. Zum Problem hat der Spiegel schon 1974 und 1976 geschrieben. Das Griechenland bislang nicht fördern durfte lag daran, dass die USA mit dem CIA dies mittels Drohszenarien verhindert haben. Es kursieren auch Gerüchte, der vormalige MP Karamanlis habe 2007 deswegen plötzlich seinen Rücktritt erklärt, weil er mit dem Tod bedroht wurde für den Fall, dass er mit Russlnad ein Förderabkommen unterzeichnet. Mal unter Griechenland und Eröl googeln. Man beachte auch den aktuellen Konflikt um die Erdgasbohrungen um Zypern. Aber beim Irak ging es ja auch nicht ums Öl

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