Rohstoff-Abhängigkeit
Russen kaufen sich in deutschen Raffineriemarkt ein

Die staatliche russische Ölgesellschaft Rosneft schnappt sich einen fetten Brocken vom deutschen Raffineriemarkt. Die Russen drängen seit Jahren immer mehr auf den deutschen Energiemarkt. Der Einfluss auf den heimischen Energiesektor wird immer größer.
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HB MOSKAU/BOCHUM. Die deutsche Energieversorgung wird immer abhängiger von Russland: Die staatliche russische Ölgesellschaft Rosneft hat sich am Freitag für 1,13 Mrd. Euro in den deutschen Raffineriemarkt eingekauft. Rosneft übernimmt 50 Prozent an der Ruhr Oel GmbH, die vier Raffinerien betreibt und einer der Hauptversorger der deutschen Benzin- und Heizölkunden ist. Russland ist schon lange Deutschlands wichtigster Lieferant von Rohöl und Erdgas.

Rosneft übernimmt den Anteil vom venezolanischem Ölkonzern Petroleos de Venezuela. Die andere Hälfte der Ruhr Oel hält weiter der britische Ölkonzern BP. Ruhr Oel ist an den Raffineriebetrieben Bayern Oil, MiRO Karlsruhe und PCK Schwedt beteiligt sowie Alleineigentümer der Raffinerie Gelsenkirchen-Scholven. Zusammen stellen die Anlagen ein Viertel der deutschen Raffineriekapazitäten.

Die Russen drängen seit Jahren immer mehr auf den deutschen Energiemarkt: Der russische Gaskonzern Gazprom hält bereits einen Anteil an der Wintershall-Vermarktungsgesellschaft Wingas von 50 Prozent und an der Verbundnetz Gas AG. Außerdem sponsert Gazprom den Fußballverein Schalke 04.

Die deutsche Abhängigkeit von russischer Energie könnte noch steigen, wenn ab 2011 russisches Gas durch die neue Ostseepipeline nach Europa fließt. Im Endausbau ab 2012 sollen jährlich bis zu 55 Mrd. Kubikmeter Gas für mehr als 26 Mio. Haushalte durch die Rohre strömen. Bauherren des Milliardenprojekts sind Gazprom und europäische Energiekonzerne.

Zuletzt hatte es zudem in Presseberichten geheißen, Rosneft sei auch an der deutschen Tankstellenkette Aral interessiert, die derzeit BP gehört. Rosneft wies das zurück. Der Chef von BP Europa, Uwe Franke, betonte außerdem, BP werde weiterhin die Betriebsführerschaft des Gemeinschaftsunternehmens der Raffinerien behalten.

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  • Wenn mal ein ein UFO von einem fremden Planeten auf der Erde landet und sich den Staat dieses Planeten mit der größten Landfläche betrachtet, dann ist die Erde ganz schön blamiert: höchste Korruption, größte Einkommensunterschiede, Demokratur. Vertrauenserweckend sind die investoren aus dem Osten nicht.

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