Rohstoff-Gigant: Glencore peilt nach Gewinnsprung Börsengang an

Rohstoff-Gigant
Glencore peilt nach Gewinnsprung Börsengang an

Dank der Preisexplosion bei Metallen und Lebensmitteln hat Rohstoff-Händler Glencore 2010 3,8 Milliarden Dollar verdient - 40 Prozent mehr als 2009. Beste Voraussetzungen für den geplanten Börsengang der Schweizer.
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LondonDer weltgrößte Rohstoff-Händler Glencore hat pünktlich zu den Vorbereitungen für einen Milliarden-Börsengang einen kräftigen Gewinnsprung vermeldet. Der verschwiegene Schweizer Konzern verdiente dank der Preisexplosion bei Metallen und Lebensmitteln nach Angaben vom Donnerstag im vergangenen Jahr netto 3,8 Milliarden Dollar und damit 40 Prozent mehr als 2009.

Der Umsatz des in Privatbesitz befindlichen Konzerns legte um mehr als ein Drittel auf 145 Milliarden Dollar zu. Daran gemessen ist das bislang weitgehend unbekannte, aber enorm einflussreiche Unternehmen der größte Konzern der Schweiz - noch vor Nestle, Novartis und UBS.

Die Vorbereitungen auf einen schon bald möglichen Börsengang laufen derzeit auf Hochtouren. Glencore-Manager verbrachten in dieser Woche zwei Tage in London, um Investoren von dem Geschäftsmodell zu überzeugen. Die Firma nutzte jedoch die Veröffentlichung der Geschäftszahlen nicht dazu, ihre bislang geheimen IPO-Pläne zu lüften.

Mit den Überlegungen vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters jedoch, dass Glencore 20 Prozent oder mehr seiner Anteile verkaufen will. Der Wert des gesamten Unternehmens wird auf bis zu 60 Milliarden Dollar beziffert, die Spekulationen über die möglichen Einnahmen bei dem Börsengang reichen bis zu 16 Milliarden Dollar. Damit könnte Glencore einen der größten Börsengänge in der europäischen Wirtschaftsgeschichte hinlegen.

Glencore wurde von dem legendären Rohstoffhändler Marc Rich gegründet und befindet sich bisher im Besitz der Manager. Das Unternehmen hat auf der ganzen Welt Minen, Raffinerien, Eisenhütten und Weizensilos oder ist zumindest an ihnen beteiligt. Diese Industriegüter steuerten im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte zum Gesamtgewinn des Konzerns bei. Glencore ist außerdem noch an mehreren börsennotierten Konzernen beteiligt. Allein sein 34-prozentiger Anteil an dem Bergbaukonzern Xstrata ist derzeit mehr als 22 Milliarden Dollar wert.

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