Rohstoff-Riese
Glencore plant Börsengang für Mai

Der Schweizer Rohstoffhändler Glencore forciert seine Vorbereitungen für den erwarteten milliardenschweren Börsengang. Bisher war spekuliert worden, das Unternehmen könne noch vor Ostern Anteilsscheine ausgeben.
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Der weltgrößte Rohstoff-Händler Glencore will offenbar erst im Mai an die Börse gehen. Sämtliche Unternehmensanalysen für Investoren und Banken müssten deshalb bis zum 1. April fertiggestellt werden, sagte eine mit den IPO-Plänen vertraute Person am Mittwoch. Diese Frist sei von Glencore bei einer Analystenkonferenz in der vergangenen Woche gesetzt worden. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, dass das Schweizer Unternehmen noch vor Ostern den Sprung auf das Handelsparkett wagen könnte. In London strebe der Konzern eine Erstnotierung an, in Hongkong eine Zweitnotierung, verlautete weiter aus den Kreisen. Glencore wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Mit den Überlegungen vertraute Personen hatten der Nachrichtenagentur Reuters in der vergangenen Woche gesagt, dass Glencore 20 Prozent oder mehr seiner Anteile verkaufen wolle. Der Wert des gesamten Unternehmens wird auf bis zu 60 Milliarden Dollar beziffert, die Spekulationen über die möglichen Einnahmen bei dem Börsengang reichen bis zu 16 Milliarden Dollar. Damit könnte Glencore einen der größten Börsengänge in der europäischen Wirtschaftsgeschichte hinlegen.

Glencore wurde von dem legendären Rohstoffhändler Marc Rich gegründet und befindet sich bisher im Besitz der Manager. Das Unternehmen hat auf der ganzen Welt Bergwerke, Raffinerien, Eisenhütten und Weizensilos oder ist zumindest an ihnen beteiligt. Diese Industriegüter steuerten im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte zum Gesamtgewinn des Konzerns bei. Glencore ist außerdem noch an mehreren börsennotierten Konzernen beteiligt. Allein sein 34-prozentiger Anteil an dem Bergbaukonzern Xstrata ist derzeit mehr als 22 Milliarden Dollar wert.

Der verschwiegene Schweizer Konzern verdiente dank der Preisexplosion bei Metallen und Lebensmitteln im vergangenen Jahr netto 3,8 Milliarden Dollar und damit 40 Prozent mehr als 2009. Der Umsatz des Konzerns legte um mehr als ein Drittel auf 145 Milliarden Dollar zu. Daran gemessen ist das bislang weitgehend unbekannte, aber enorm einflussreiche Unternehmen der größte Konzern der Schweiz – noch vor Nestle, Novartis und UBS

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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