Rohstoff-Wettlauf
Afrikas Kupfergürtel zieht Minenkonzerne an

In Afrikas Mitte verbirgt sich ein großer Schatz - unter anderem Kupfer in rauen Mengen. Das Metall weckt bei Minenkonzernen wie Barrick und Vale offenbar Begehrlichkeiten. Zeit für eine neue Runde im Rohstoff-Wettlauf.
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KapstadtDer Wettlauf um die reichen Rohstoffvorkommen in Afrika verschärft sich. In den Fokus der großen Förderer ist dabei zuletzt der Kupfergürtel im Herzen Afrikas gerückt – eine Region, die sich vom Süden des Kongos bis in den Norden von Sambia erstreckt.

Als die Belgier hier einst das Potenzial der Region entdeckten, sprachen Experten von einem „geologischen Skandal“: Die Region birgt etwa 40 Prozent der weltweiten Kobaltvorräte und große Mengen anderer strategisch wichtiger Metalle wie Kupfer, Uran und Coltan. Mit dem kanadischen Goldriesen Barrick und Brasiliens Eisenerzförderer Vale wollen sich nun auch zwei Rohstoffkonzerne am Kupfergürtel engagieren, die hier bislang kaum aktiv waren.

Letzten Monat unterbreitete dabei zunächst der brasilianische Minenkonzern Vale ein Übernahmeangebot für den fast ausschließlich im Kongo aktiven Kupfer- und Kobaltproduzenten Metorex. Vor wenigen Tagen folgte der weltweit größte Goldproduzent Barrick Gold. Die Kanadier wollen den fast nur in Sambia tätigen australischen Kupferproduzenten Equinox Minerals schlucken. Barrick hat sich mit dem Management bereits auf einen Kaufpreis von 7,6 Milliarden Dollar geeinigt – und konnte dabei die chinesische Minmetals ausstechen.

Der Einstieg von Barrick kam für die meisten Experten, aber auch für die Aktionäre offenbar völlig überraschend. Mit 25 Minen sind die Kanadier derzeit der weltweit größte Goldförderer. Allerdings will das Unternehmen nun offenbar auch in Kupfer expandieren und sich dadurch breiter aufstellen. Die Expansion verblüfft Beobachter nicht zuletzt deshalb, weil sich Goldförderer wegen der besonderen Stellung des Edelmetalls in Anlegerkreisen bislang fast immer auf den Abbau des gelben Metalls beschränkt haben. Denn wer sich in einem Goldkonzern engagiert, ist für gewöhnlich ein Goldfan – und glaubt an dessen Status als sicherer Hafen in Krisenzeiten.

Entsprechend kritisch stehen Goldinvestoren für gewöhnlich einer Verwässerung ihrer Anlage gegenüber. Wer bei Metallen in einen Gemischtwarenladen investieren will, hat mit den großen Rohstoffhäusern wie BHP Billiton oder Anglo American genug Auswahl. Dies dürfte auch erklären, weshalb die in New York gehandelten Barrick-Titel letzte Woche trotz eines neuen Rekordhochs bei Gold um fast 10 Prozent nachgaben.

Überraschend ist die angestrebte Diversifikation aber auch deshalb, weil Barricks Management bislang fest an Gold glaubte und seine vor Jahren aus Sicherheitsgründen eingegangenen Termingeschäfte völlig abgebaut hat.

Durch das sogenannte „Hedging“ war das Unternehmen zuvor gezwungen gewesen, Gold zu einem erheblich niedrigeren als dem gegenwärtigen Preis zu verkaufen. Die Expansion von Barrick in den Kupfersektor sät nun Zweifel an dessen stets betonter Zuversicht für einen steigenden Goldpreis.

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