Rohstoffboom
BHP strotzt vor Selbstvertrauen

Die starke Nachfrage nach Metallen ließen beim weltgrößten Bergbaukonzern BHP Billiton im abgelaufenen Geschäftsjahr die Kassen klingeln. Nun will der Konzern ein Investitionsprogramm von mehr als 20 Mrd. Dollar vorantreiben. Sorgen wegen der aktuelle Krise an den Finanzmärkten macht sich der Konzern nicht.

LONDON. Die aktuelle Krise an den Finanzmärkten wird nach Überzeugung von BHP Billiton den Rohstoffboom nicht stoppen. Wenn sich Finanzinvestoren aus den Rohstoffmärkten zurückzögen, werde das die Preise nur kurzfristig drücken, sagte Chip Goodyear, der scheidende Chef des Branchenführers. Auch eine konjunkturelle Talfahrt in den USA bedeute nicht das Ende des Booms. Das britisch-australische Unternehmen hat im Geschäftsjahr zum 30. Juni ein Rekordergebnis eingefahren, auch weil es die Kosten besser im Griff behielt als manche Konkurrenten.

Es sei damit zu rechnen, dass einige Finanzinvestoren wegen Liquiditätsengpässen spekulative Rohstoff-Investments auflösten, sagte Goodyear. Aber das werde die Rohstoffpreise nur vorübergehend drücken. „Letztlich werden sie von Angebot und Nachfrage bestimmt“, sagte er, „und es bleibt dabei, dass die Nachfrage steigt, während das Angebot beschränkt ist.“

Selbst wenn die Finanzkrise auf die Realwirtschaft übergreife, werde das Geschäft der Rohstoffriesen wenig leiden, sagt Goodyear. Die US-Wirtschaft habe nicht mehr die Bedeutung für die Branche, die sie einmal gehabt habe. Chinas Wirtschaft wachse absolut stärker und brauche dafür viel mehr Rohstoffe. Indien folge diesem Pfad mit ein paar Jahren Verzögerung. Die Rohstoff-Nachfrage beider Länder sei von der Binnenwirtschaft und nicht von der Weltwirtschaft getrieben.

Angesichts solcher Perspektiven wird BHP ab Oktober unter Goodyears Nachfolger Marius Kloppers ein Investitionsprogramm von 21 Mrd. Dollar vorantreiben. Es enthält 33 Projekte, die der Konzern begonnen hat oder deren Machbarkeit er gerade prüft. Vorhaben für weitere 50 Mrd. Dollar befinden sich in der mittelfristigen Planung ab 2013. Die finanzielle Kraft dafür hat sich der Konzern in den Boomjahren unter Goodyear erarbeitet: In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Gewinn versiebenfacht.

2006/07 war ein weiteres Rekordjahr, in dem BHP Billiton den Umsatz um 21 Prozent auf 47,5 Mrd. Dollar (35,2 Mrd. Euro) und den Reingewinn um 28 Prozent auf 13,4 Mrd. Dollar steigerte. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital erreichte 38 Prozent. BHP gelang es besser als Konkurrenten, Preissteigerungen in höhere Gewinne umzusetzen. Während die Branche über ständig steigende Kosten stöhnt, drückte BHP die Kosteninflation auf 3,6 Prozent. Hauptkonkurrent Rio Tinto musste im vergangenen Halbjahr hingegen sogar einen Gewinnrückgang hinnehmen, weil ihm die Kosten für Mensch und Material aus dem Ruder liefen.

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