Rohstoffbranche
BHP schiebt das Fusionskarussell an

Der spektakuläre Vorstoß des Weltmarktführers BHP Billiton hat die Rohstoffbranche wachgerüttelt. Mit seinem Griff nach dem Konkurrenten Rio Tinto zwingt der britisch-australische Bergbaukonzern die Großen der Branche, über neue Fusionen nachzudenken. Ein möglicher Partner ist auch schon in Sicht.

LONDON. Im Mittelpunkt der Spekulationen als möglicher Fusionspartner stand am gestrigen Dienstag der Schweizer Konzern Xstrata, der jahrelang aktivster Firmenkäufer der Branche war. Schon im Januar könnte sich entscheiden, ob die Mega-Fusion von BHP und Rio Tinto Realität wird. Der Vorstand von Rio Tinto hat die Übernahme-Kommission der Londoner Börse gebeten, dem Angreifer BHP eine Frist für ein verbindliches Angebot zu setzen. Ein solches Vorgehen ist üblich, um zu verhindern, dass ein Unternehmen durch eine monatelange Belagerung gelähmt wird. Nach Einschätzung aus Finanzkreisen könnte die Frist dann schon im Januar enden. Sprecher von BHP wollten sich am Dienstag nicht dazu äußern.

Analysten rechnen damit, dass BHP sein Angebot von gut 150 Mrd. Dollar noch erhöhen wird. Nach Einschätzung der Bank UBS könnte der Konzern bis zu 27 Mrd. Dollar drauflegen.

Rio Tinto habe die erste Offerte zwar ohne Zögern abgelehnt, aber das Verhalten des Managements zeige deutlich, dass es auf ein höheres Angebot warte, sagte der Analyst einer Großbank, der nicht genannt werden wollte. "Es würde mich sehr überraschen, wenn BHP jetzt einfach aufgäbe.“ An den Erfolg einer Gegenofferte aus China glaubt er nicht: "Keine Regierung wird zulassen, dass die Chinesen einen Rohstoffkonzern kaufen.“

In China war am Dienstag wegen der Übernahmespekulationen die Aktie des führenden Stahlherstellers Baosteel vom Handel ausgesetzt. Konzernchef Xu Leijang hatte gesagt, dass er ein Gegenangebot für Rio Tinto von mehr als 200 Mrd. Dollar erwäge.

Auch chinesische Staatsfonds arbeiten offenbar an einem Einstieg bei Rio Tinto. China ist wichtigster Kunde der Rohstoffkonzerne und fürchtet, dass BHP und Rio Tinto vereint die Preise diktieren könnten. Der Finanzinvestor Blackstone allerdings dementierte Presseberichte, an solchen Vorhaben beteiligt zu sein. Bei Rio Tinto sind auch noch keine derartigen Angebote angekommen, sagte ein Unternehmenssprecher.

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