Rohstoffe
China verunsichert die gesamte Stahlbranche

China ist der wichtigste Player im globalen Stahlgeschäft. Doch seine Produktion ist zersplittert und aufgebläht. Die Folge: Hochöfen laufen auf halber Kraft, Kosten explodieren und Gewinne brechen ein. Jetzt könnte eine Trendwende eintreten.

PEKING. China wird auch in Zukunft eine Schlüsselrolle für den weltweiten Stahlmarkt spielen. Rund 40 Prozent der weltweiten Produktion von 1,3 Mrd. Tonnen werden im Reich der Mitte hergestellt. Das hat zu großen Überkapazitäten geführt: Im vergangenen Jahr stellte China rund 500 Mio. Tonnen Stahl her, benötigte selbst aber trotz Wachstums nur 450 Mio. Tonnen. Der Rest landete auf Lager oder wurde - oft zu Billigpreisen - exportiert.

Immer wieder hatte die Regierung die Konsolidierung der chinesischen Stahlbranche angekündigt, um Kapazitäten abzubauen und die Qualität zu verbessern. Wirklich stattgefunden hat diese bislang jedoch nicht. In den vergangenen Jahren wurde die Produktion in der Volksrepublik, wo der Großteil der Rohstahlerzeugung unter staatlicher Kontrolle steht, sogar weiter ausgebaut. Denn 2003 war die Volksrepublik noch Nettoimporteur - das Land musste damals rund 30 Mio. Tonnen Stahl einführen.

So hat die Schließung älterer Werke in der Realität nur vereinzelt stattgefunden. Die Folge: Chinas Stahlbranche ist mit ihren vielen Produzenten stark zersplittert und hat erhebliche Überkapazitäten. Ausländischen Unternehmen wie etwa Thyssen-Krupp oder Arcelor-Mittal ist der Einstieg nur bei der Produktion von hochwertigen Stählen erlaubt.

In China teilen sich die zehn größten Hersteller weniger als die Hälfte des Marktes. Rund 40 Prozent der gesamten Produktion kommt nach Angaben des Stahlverbandes von kleinen und mittleren Firmen, die aber meist mit alten und umweltschädlichen Anlagen eher kleine Mengen produzieren. Chinas Stahlkocher verbrauchen im internationalen Vergleich viel zu viel Energie und Rohstoffe pro produzierter Tonne.

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